4-HaupLst. 2..Abf. Beschreibung der engt. ostindiftheu Niederlage!^ 247
Seer auf einen Maund gerechnet, daher das eigentliche Merkmal des Gewichtes umeewis ist. Deswegen wird bey allen Contracreu die Anzahl der Seers angegeben, wiediel derselben auf einen Maund gerechnet werden; und weil die Ausländer darin un-wissend sind, so werden sie öfters betrogen. Wir schliessen unsere Nachricht mit derAnmerkung, daß Surat ein blühender, volkreicher, arbeitsamer und reicher Handels-platz ist, ohnerachket der englandische Handel seit einigen Jahren hier gefallen, -sonder-'lieh feit dem die Prasidenz nach dem Fort St. George verleget worden d) G).
§. IZO.
Wir kommen nun zu der Insel Bombay, das Eigenthum der ostindisthen NiederlageCompagnie, die unter dem neunzehnten Grad der nördlichen Breite, ohngefehr vierzig Bombay.Meilen nordwerts von Dunda Desapore lieget. Die Portugiesen , welche dieselbebald nach ihrer Ankunft in Indien in Besitz nahmen , gaben ihr den Namen BoonBay, wegen der Vortreflichkeit ihres Hafens , in welchem, wie versichert wird, auftausend Schiffe gar beguein-vor Anker liegen können. Wir haben bereits verschiedene
einzelne
8) Lockper c. s. Hamilrsn 1 'able vk coins Ä klle enä os Vvl. 2.
G) Sowol die engläudisihen als französischenend holländischen Factoreien müssen unzähligesUngemach ausstehen , weil die Mohren eine garzu grosse Macht huben. Wenn ein Schis, dasden letztem zugehörct, in die Hände der Seeräu-ber fället, so begehren sie die Ersetzung ihres Ver-lustes von den Europäern, und wenn ihnendiese versaget wird, so belagern sie die FactoreienMit einem Corps Truppen. Wiewol die -Hol-länder ein Mittel gefunden haben, sich Sakis-sa.iion zu verschaffen, indem sie die Hafen desMogul mit ihren Flotten belagern. Ein Exem-pel eines solchen Frevels an den Europäerntrug sich iin Zahr 1691 zu. In diesem Jahr^klagte sich Abdel Gaffour, dessen wir ander-p>erts gedacht haben, daß eins seiner Schiffe vonbe» -Halmen, worunter die Europäer verstan-den werden, weggenommen worden. Es wurdedeswegen von den Engländern, Franzosen undHolländern Satisfaktion gefordert, und ihre«ackoreien wurden mit einem Corps InfanterieAd Cavallerie eingeschlossen. Der englandischePräsident steilere dem Gouverneur vor, daß manAbdel Gaffour nicht glauben müsse, in-derselbe schon ehedem verschiedene Matrosen*sS»ichwr, auszusagen, dass eins seiner Schiffe-wZSenommelk worden, ohncrachtet sie hernach! ^gestanden, daß sie mit Gelde erkaufet wvr-dne' ^n falsches Zeugnis abzulegen. Gesetzt aber,
1 0 es wahr wäre, so wäre es ja eben so unbil,3 , daß sie für allen zur See erlittenen Verlustfalten, als wen» der Mogul alle am U-
2) Hamilto» V»I. r. Salms» Vol. 1. p. 244.
ftr begangene Diebstase ersitzen svlte. Die See-räuber wären weder von der Compagnie aukorisi-ret, noch in ihrer Macht, ja ihnen nicht einmal be-kam. Dieser vernünftigen Vorstellung ungeach-tet blieben die Factoreien eingeschlossen, und eskonte niemand weder ein noch ausgclnu, bis manerfuhr, daß die Dänen dem Gaffour dasSchis weggenommen , um dadurch Repressalienwegen einiges Unrechts auszuüben, das thuen wi-derfahren; indessen wurden die Häuser der Euro-päer noch immer vier Monat lang von den Truppeneingeschlossen gehalten. Im folgenden Jahr stelleteeben dieser Abdel Gaffour, um sich seines Scha-dens zu erholen, eine neue Klage an, daß ihmaus der See ein Schis weggenommen und ge-plündert worden. Er brachte es dahin, daß direnglandische» Factore gesanglich eingezogen wur-den, weil der Verdacht auf sie am meisten fiel.Zu allem Glück aber wurde der Betrug entdecket,indem sichs zutrug, daß ein Theil des Geldes,über dessen Verlust der Mohr klagte , von ihmselbst heimlich am Ufer in einen Garten gelegetworden. Darauf brachte der Kläger eine Infa-mie auf seinen Namen, die Engländer aber er-hielten die Freiheit; doch wurden sie nicht vonaller Furcht anderweitiger Mishaudlungen befreiet.Ueberdis musten sie , so- handgreiflich auch der Be-trug des Gaffour war, dem Vicekönige grosseGeschenke dafür machen, daß er so gütig gewesen,und die Unschuldigen auf freien Fus gesetzet.Denn ihre Gerechtigkeit , Wahrheit »nd alle an-dere Tugenden, werden erkaufet und verkaufet;).