Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
Seite
398
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Z98 xm. Buch. Historie der ostindischen Handlungsgeselschaftm.

§. 227.

Fortsetzung. petoc Erberfeldt, Latadia, der sonst Radrrig hies, Iavan de Laktä^

' strura und Maja praja, selten beim Angrif des Citadels das Commando führe»'Sana Sma, AngaTsirra, de Bagall, undLayechde Sumbowen aber de»auf die Stadt dirigiren. Der Angrif selbst solte am Neujahrstage geschehen, sobaldals die Thore würden seyn geöfnet worden. Die letzte Versamlung der Verschworne»war angesetzet auf den Abend vor dem zum Angrif hergehenden Tage, in einem Haustdes vornehmsten Rädelsführers Erberfeldt, da sie sich noch mit einander bereden, undvon da aus sich einige in die Citadel, andere in die Stadt schleichen wolten. Um aberunter sich selbst allen Misverstand zu verhüten, so vereinigten sie sich untereinander auffolgende Puncte. Peter Erberfeldt solte, so bald die Maffacre geschehen seyn würde,den Titel Gustl oder König, sowol in der Stadt als in der Citadel annehmen. Laradlltsolte den Titel Radmg, oder Fürst, in den niedern Gegenden ausserhalb der Stadt brsan die Gebirge führen. Die übrigen solten den Titel pangerangen, oder Prinzen, ^halten, und des Königs beständige Mantties, oder Häupter und Staatsrathe worden-Sie solten auch in den ihnen angewiesenen Distrikten das Amt der Tummagums, odetGenerale, nebst dem Singer patria führen, der wirklich von der Compagnie zum Obc^pen von Grkias war eingesetzet worden. Ferner hatten sich die Verschwornen vergibchen, daß, wenn der Anschlag ausgeführet worden, Peter Erberfeldt ein Collegiu>üvon zwölf Jünglingen, deren jeglicher etwa zwanzig Jahr alt wäre, und die aus de»Familien der vornehmsten Mitverschwornen gewählet worden, aufrichten, und besagtzwölfPersonen zu den Fürsten und Oberhäuptern der Mohammedaner senden solte, U>"die Abgabe der Zölle, die sie von nun an nach Batavia zu entrichten hätten, einzuric^ten, nachher aber dieselben als Minister zu gebrauchen. Diesem Plan zu Folge hatte"die Verschwornen hinlänglich für Mittel gesorget, sich zudecken und zu unterstützen, rve""das Blutbad von einem Corps von siebenzehentausend Mann angefangen worden, ^aus verschiedenen Gegenden in der Nachbarschaft von Batavia zusammengezogen, »»davon die meisten von den Gefangenen genennet worden. Dieses Corps solte nach ihrchEntwurf in verschiedene kleine Haufen eingetheilet werden, ein jeglicher aber sichhalten, zu einer bestirnten Zeit aufzubrechen. So bald das Zeichen gegeben wordeA

Höflichkeit verbirgst, die diese Leute zu Hause undauch auswerts anlegen <,z). Dabey mus man aberauch auf der andern Seite bekennen, daß die in,Indien wohnende Europäer in vielen Stü-cken selbst Schuld haben, indem sie diese Leutedurch himmelschreiende Ungerechtigkeiten, Grau-samkeiten und Ueberwältigung zur Rache reihen.Sie geben ihnen böse Exempel der Untreue sowolin öffentlichen als besondern Angelegenheiten, nichtanders als ob sie dieselbe» durch ihr eigenes Ver-halten lehren wolten, daß das Interesse der einzi-ge Regierer der menschlichen Handlungen sey, unddaß diese dadurch gehetliget würden, wenn einerÜberlegene Macht in den Händen hätte. Elid-

95) Nenhof, Tavernier, Le Lrun.

lich aber ist es den Europäern nur gar z" §wöhnlich, daß sie in eben das Verderben si>»^und nach gerade ein solches Leben führen, ^deswillen die asiatischen Völker gemeiniglich ^achtet werden; das ist, sie überlassen sich derherrschung ihrer Leidenschaften und schändenFähigkeiten durch unmässige und beständiges ^Übung der Fleischeslüste, nicht anders, "die Lehre, die sie zu glauben vorgeben,in den Köpfen sitze, ohne den geringsten O ß?auf ihr Herz zu machen, oder als obdeswegen nach Indien geführct, m» d'e ^der gebornen Einwohner dieses WeltthenSnachzuahmen als zu bestrafen 94)-

9g) Graaf V05-Z« x. 292 - ryr.