5 . Hauptst. z.Abs. Von den Colonien der Holländer in Indien. 417
streckt sich über verschiedene Gegenden der Insel, daher wir, wenn wir uns einen rich-tigen Begrif davon machen wollen, den ganzen Umfang derselben betrachten müssen.
-zb.
Die Insel Java mag im Umfange ohngefehr dreihundert Meilen haben, und ist Nähere abbil-m eine grosse Anzahl Königreiche und Herrschaften abgetheilet, die insgesamt vom Kaiser düng der irMabhängig sind, der seine Residenz zu Rattasiira hat. Wir müssen indes die Könige Java.von Bamam lind Iapara von der Zahl zinsbarer Fürsten ausnehmen, als welchedie Oberherrschaft des Kaisers nicht erkennen. Das fand bringet nicht nur alles hervor,
Mas zur Nothdurft des meuschlichen Lebens gehöret, sondern auch eine grosse Mengekostbarer Waaren, die das Commercium des Landes unterhalten. Sie hat viele Flüsse,
Doalder und Gebirge, in welche alle die Natur ihre Schätze reichlich geleget hat o).
Es ist ganz unstreitig, daß in einigen Gegenden der Insel Goldgrüfte gefunden werden.
Die Regierung zu Batavia hat in der Hofnung, Nutzen davon zu haben, vor einigenJahren in den Gebirgen von parang einschlagen lassen; allein es fand sich, daß dieEsslarcaftten noch nicht völlig reif waren, daher die Compagnie eilte Million vergeblichangewendet. Diejenigen, die bey dieser Unternehmung die Direktion geführet, bekamenritten derben Verweis, und seit der Zeit ist das We.rk liegen geblieben. Dem ungeach-tet fehlet es nicht an Leuten, die steif und vest glauben, daß die gebornen Insulaner andielen Orten eine ansehnliche Menge Gold finden, welche Orte sie vor den Augen derEuropäer sorgfältig verbergen. Unter währendem Kriege in Java, der von 1716bis 1721 anhielt, wurden die Einwohner in einigen Gegenden des Landes sooft und jäm-merlich ausgeplündert, daß sie betteln gehen musten; nichts destoweniger bemerkt man,baß viele Leute, als sie nur ein Jahr Friede gehabt, wieder erstaunlich reich waren,nicht nur eine grosse Menge Goldstaub, sondern auch geschmolzene Goldklumpenbesassen p). Einige Berge auf dieser Insel sind so hoch, daß sie auf drey bis vier Mei-weit gesehen werden können. Der so genante blaue Berg wird für den höch-sten unter allen andern gehalten, und kan in der See am weitesten gesehen werden. Es^eignen sich in diesem Lande öftere und erschreckliche Erdbeben, welche die Stadt undumliegenden Gegenden dergestalt erschüttern, daß der Umsturz der Häuser alle Augen-^icke erwartet werden mus. Das Wasser in den Canalen geräth in eine ungewöhnli,
Me Bewegung, so daß es sich wie siedend Wasser in einem Topf beweget; und an eini,
A Orten berstet die Erde von einander, welches einen schrecklichen i Anblick gibt q).
Einwohner sind der Meinung, daß diese Erdbeben von dem Berge parana her,
^hren, der voll Schwefel, Salpeter und Harz ist, welches, wenn es sich entzündet,erstaunliche Bewegung verursache, und Erdbeben nach sich ziehe. Sie versichernUuZ dabey, daß nach einem solchen Zufall gemeiniglich ein dicker Dampf auf den; Gi,pstl des Berges liege r). Vor mehrern Jahren ging der Generalgouverneur Rikeck,
^damals auf der Insel das Commando führcte, unter einer ansehnlichen Bedeckung"uf den Gipfel dieses Berges. Bey seiner Ankunft fand er eine grosse Höhle, in welche^Mann hinabgelassen wurde, um die innerliche Beschaffenheit derselben zu untersu,
chen.
2) Hanll'ttsn Account nt tke tstt Ittäies vol. 2. p. 126.
r->m. 2 p. „q. I,;. q) ttruhsf x.zor.
Vsi/ILiiux wm. 2. p. i,6.117.
A.W.2 6 .TY. N.H.8.TH.
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