Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
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445
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5 . Hauptst. z. Ms. Von den Eolornen der Holländer in Indien 44^

§. 253. <

Der Busen ist'sehr schön und gros, eyförmig, und die Einfahrt lieget auf Beschreibung'älwv biZ drey Meilen im Lands eingeschlossen. Sie hält auf neun Meilen im Umfanges e s dasigenund kan auf hundert grosse Schiffe sehr bequem fassen; doch nms man bekennen, daß ^Aandesei«.'sie Anker nicht allenthalben gleich gut ausgeworfen werden können, und nahe am LLfer^^^chw es etwas gefährlich. Die Mitte des Busen wird von einem starken Vestungswcrkesonttnandiret, welches ein regulaires F-ünfeck ist., davon jegliche Bastion mit zwanzigschweren Kanonen besetzet ist. Die Vestung sowol als die Stadt liegen auf der Spitze 'einer Ebene, die drey Meilen im Umfang , und drey sehr hohe Berge mn sich hak..

Der erste heißet der LswendcrF, weil er eine Ähnlichkeit mit einem auf dem Bauch-agenden Löwen hat. Der andere heißet der Tafelberg, der viel höher ist, und bey einem.

Zelle,, Tage auf zwanzig Meilen weit gesehen werden kan. Der dritte heiffet der Teufelssöerg, ist aber nicht so merkwürdig, als die beiden ersten.' Die Häuser dieser Stadt,lmd sehr artig gebauet, doch nicht über zwey Stockwerk hoch, weil die wütenden Süd---sstwinde sie sonst niederreissen. Die Leute, so am Caps und andern Küsten wohnen^

>md meistens Christen und werden Africaner genennet; die aber,- so tiefer im Landelohnen, hcissen Baurcn. Sie sind alle entweder Europäer, oder stammen von Eu-kopäern ab l). Einige wohnen, auf dreihundert Meilen weit von der Küste, demUngeachtet müssen sie alle jährlich an einem Orte, Namens Stellenbech, zusammen-kommen , wo der Drostard, oder die Landesobrigkeid wohnet. Die Absicht dabey ist,daß sie gemustert werden. Denn die Bauren fowo! als die Bürger sind in gewisseKompagnien eingetheilet, die von ihren OfficLren cvmmandlret werden. Wenn dieMusterung vorbey ist, so reisen sie wieder in ihre Heimat, und bringen meistentheilS sichAe Werkzeuge mit zurück, deren sie zu ihrer ümdesarbeit benöthiget sind. Diese Leutesauen ihren Acker, und säen Roggen, Gersten, Bohnen und dergleichen darauf. Sieganzen auch Weinstöcke, die sehr schöne Trauben tragen- daraus sie einen vorrrestichend^ein zubereiten. Einige dieser Bauren sind in glücklichen llmstanden, indem sie ausserÄsen.Plantagen eine grosse Menge Schafe und anderes Zuchtvieh halten- Unter an--derri Colonien ist daselbst eine ohngefehr acht Meilen von der Stadt, die aus lauter'

^ßuzösischen Flüchtlingen bestehet, die daselbst einen grossen und wohl angebauetemstrich Landes hat. Der Ort, wo sie wohnen, heiffet Drachenstern, wo sie KirchenAsd Prediger von ihrer- eigenen Nation haben >"). Ein Theil von den Einwohnern der^tadt stehet in- Diensten der Compagnie, die übrigen aber sind freie Bürger. SieZaben ihre eigene Obrigkeit, die unerhebliche Dinge abthut und kleine StreitigkeitenSieger; wichtigere Sachen aber werden vor den Gouverneur und seinen Rath gebracht,,ssr sie st» entscheidet-, daß keine Appellation stattfindet. Gleiche Beschaffenheit hat es

Kkk z auf

l) I/Lxpeäition rill trols VniN-Aux tüm. s. p, 208.-229,«ie Lvn Lspersnxe r«m. 2. p. xs.

'M) p. Rolbeil-Oetcriprign 6a Laß

Unternehmungen anderer Nationen nichts^ "sei, befürchte» haben, sondern daß sie auchd ^q,rde seyn werden, zur Bedeckung ihrer an-sch? in Indien Leute zu haben, die

^ ^ zum- Clima gewölyiet und brauchbar find.

sius es die Noth erfordern sötte. Und datzemget von einer grossen Politik, darin die Aran,xosen ihnen nachzuahmen einen sehr weisen Amfang gemacher haben 5 z).

n) Siehe unsere Nachricht von ihren Niederlagen auf denJnscln oo» Loutdsn und Aauce.