Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
Seite
595
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7 -Hauptst. i.Ms. Von der ft-nzLsis. Handlung bis aufLudewig 14. 595

ches der Hafen der so bekcmten Stadt Gurat ist, wo sie ihre erste Factorey anlegensollen f)/

§- 355 .

J>n Jahr 1669 hielt man dem Besten der Compagnie für zuträglich, daß Fortsetzung,der Herr Marcara an den Hof von Golkonda, wo er verschiedene vertraute Freundeund nahe Verwandte hatte, gehen solte, um durch Vermittelung derselben von demKönigs die Freiheit auszuwirken, daß sie in seinen Ländern Handlung treiben, die be-nötigten Waaren aufkaufen, und Arbeitsleure zum Dienste der Compagnie gebrau-chen dürften; ingleichen daß ihnen erlaubt seyn möchte, eine Factorey zu Masirlipa-tan anzulegen- Dieser Auftrag war in der That, wenn mau alles zusammen nimt,sehr schwer, zumal da man bereits wüste, daß die Engländer und Holländer nichteinmal geringere Vergünstigungen, als diese waren, hatten erhalten können, ob siebleich starke Vorspräche am Hofe hatten, und es an nichts fehler? lassen, ihr Gesuch zubefördern. Es war auch leicht zu erachten, daß ihre Agenten diesem persischen Unter-händler alles mögliche in den Weg legen und ihm zuwider seyn würden. Hiezu kamnoch, daß er nicht sonderlich rnit Gelde versehen war, welches doch bey solchen Gele,gescheiten in Indien eben so nothwendig ist, als in Europa. Demohngeachtet über-nahm Herr Marcara diese wichtige Unterhandlung sehr bereitwillig, und führte solcheglücklich aus s). Er brachte zwar lange Zeit damit zu, und hatte schon ein Firmairoder Patent vom Könige zu Golkonda ausgeschlagen, weil er so viele Bedingungenund Clauseln darin gefunden, daß er nicht viele Vortheile für die Compagnie davon er,warten konte, zuletzt erhielt er aber doch ein Firman, welches den zten December imJahr 1669 unterzeichnet war, worin der französischen Compagnie verstattet wurde,aller Orten in des Königs Lande freie Handlung zu treiben, ohne daß weder des Königsnoch der Compagnie Schiffe die geringsten Abgaben bey ihrer Ankunft oder Abreise ent-richten solten. Dergleichen Privilegium hatten die Holländer nie erhalten können,und die Engländer hatten es erst mit vielen Kosten im Jahr 1655 bekommen, nach-dem sie dem König von Golkonda seit zwanzig Jahren sehr wichtige Dienste zur Seegeleistet hatten. Hierauf reifste Herr Marcara nach Majultpatan, lies fein Pa-tent daselbst registriern, legte eine Factorey an diesem Orte an, und fährte darauf dieHandlung der Compagnie mit eben dem Fleis und Eifer, den er bey dieser ganzen Un-terhandlung schon hatte blicken lassen b).

§. 356.

Man hatte meinen sollen, daß die vielen Proben der Treue des Herrn Man Fortsetzung,para, und das außerordentliche Glück, welches seine Unternehmungen begünstigte, denCredit desselben sowol am französischen Hofe als auch bey der Compagnie dergestalt be,

Ästiger haben würden, daß er gegen alle Verleumdungen völlig gesichert gewesen wäre.

' Ach ging es ganz anders, denn sein Nebenbuhler, Herr Laron, erhielt durch seine^anke das Uebergewicht, und wirkte im Jahr.1671 einen Befehl vom Herrn Colbertaus, darin ihm die zweite Stelle unter den obersten Aufsehern über die ostindische Com-pagnie übertragen wurde. Sogleich wurden auch alle Freunde des Herrn MarcaraMer Dienste erlassen und auf allerley Art verfolgt, obgleich dieses verdienten Man-

Fff f 2 nes

t) Herrn Marcara ^l-moire?.

h) Herrn Marcara läewoires.

g) Nilwirs äs 1, LoinpsZnis äsr lnäss p. 4;.