7. Hauprst. i.Abs. Vou dek ftanzösis.Handlung bis auf Ludewig 14. 6r r
kcn des Herrn Francistus Martin, des Stifters dieses Etablissements, zuzuschreitenwar, der gleichsam nur dazu lebte, die Compagnie und alle, die dazu gehörten, in einemblühenden Zustande zu sehen, da er und seine Obern es für ein gros Glück geschaht ha-ben würden, vor der Welt nur ganz schlecht wegzukommen, und nicht vier Pfenni-ge zu gewinnen. Ohne Zweifel versprachen fie sich einige Verbesserungen durch denFrieden; da sie aber jähen, daß auch dieser ihnen nichts geholfen hatte, und daß es«och zweifelhaft wäre, ob die Compagnie sich durch Verlängerung ihres TerminesVortheile'verschaffen möchte, so ist wohl zu glauben, daß sie alle Hofnung verloren,und zu fürchten angefangen, man werde ihrer eben so vergessen, als einige portugiesischeColonien waren liegen gelassen worden, da die Sachen dieser Nation in Verwirrunggekommen h).
§- 375 -
Wie aber gemeiniglich, wenn einem alles nach Wunsche geht, der erste GrundZUM Verderben gelegt würd, welches sich oftmals in der Folge nur gar zu deutlich ent-deckt: so fielen auch scharfsichtige Männer, und denen man die grosse Gejchicklichkeit,von solchen Sachen urtheilen zu können, zutrauen muste, auf die Gedanken, daß diefranzösische Handlung in Indien nie wieder empor gekommen seyn würde, wenn nichtdie Compagnie um diese Zeit gewisse Vortheile von ihrer Demüthigung gehabt hatte.Denn, da sie gleich von der ersten Stunde an, als sie sich zu pondicher^' etablirthatte, keine weiteren Vortheile erhielt, äls durch ihre Gefälligkeit, so verhinderte sol-ches den Ausdruck) des Stolzes und Uebermuthcs, wodurch sich die Franzosen in ande-ren Landern gar bald verdächtig und in kurzer Zeit ganz unerträglich machen. Da siehingegen so viele Jahre unter grossem Drucke lebten, welches sie nöthigte, sich daraufzu legen, die Gesinnung verschiedener Fürsten und die Neigung mancher anderen Völ-ker kennen zu lernen; so gelangten sie in der That zu einer rechten Fertigkeit in derKunst, gefällig, massig und billig zu handeln. Sie bezeigten gegen die benachbarten in-dianischen Könige und Fürsten, und alle ihre vornehmsten Bedienten, die mit Machtin ihre Gegenden kamen, alle mögliche Hochachtung, wodurch sie sich algemcine Freund-schaft, und von Seiten einiger auch Proben einer besondern Hochachtung vershaften i).Sie erzeigten den Eingebornen so wol als den Europäern bey allerhand Gelegenheiteneinige Gefälligkeiten, wodurch sie sich die Zuneigung der ersteren erwarben, und denGroll der letztem in etwas verminderten, von denen sie so gar als Agenten und Factorein ihren Etabliffementen gebraucht, und nicht nur gar nicht beunruhiget, sondern auchfür ihre Dienste belohnet wurden. Sie schützten diejenigen, welche sich in dem Bezirkder Stadt pouOichery, deren Bevestigungswerke sie von Zeit zu Zeit in besserenStand setzten, niedergelassen hatten, und schickten öftere Patrouillen aus, die Landstras-seg von Banditen, Marodeurs und anderm liederlichen Gesindel, die solche bis dahinunsicher gemacht hatten, zu reinigen. Hiedurch reihten sie die Massigsten, Ruhigstenund Flüssigsten der Einwohner dieses Landes, sich in ihrem Gebiete niederzulassen, weilsie wüsten, daß sie hier die Früchte ihrer Arbeit in ungestöhrrer Sicherheit gemessen
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