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3 (1894) Der Gesammtprocess der kapitalistischen Produktion / Karl Marx ; herausgegeben von Friedrich Engels
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variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere orga-nische Zusammensetzung des Gcsammtkapitals, deren unmittelbareFolge ist, dass die Rate des Mehrwerths bei gleichbleibendem undselbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einerbeständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wirdsich weiter zeigen, warum dies Sinken nicht in dieser absolutenForm, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.)Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinkenist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweiseeigenthümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklungder gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damitnicht gesagt, dass die Profitrate nicht auch aus andren Gründenvorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen derkapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Noth-wendigkeit bewiesen, dass in ihrem Fortschritt die allgemeineDurchschnittsrate des Mehrwerths sich in einer fallenden allge-meinen Profitrate ausdrücken muss. Da die Masse der angewandtenlebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältniss zu der Masse dervon ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, derproduktiv konsumirten Produktionsmittel, so muss auch der Theildieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwerthvergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältniss stehnzum Werthumfang des angewandten Gesammtkapitals. Dies Ver-hältniss der Mehrwerthsmasse zum Werth des angewandten Ge-sammtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständigfallen muss.

So einfach das Gesetz nach den bisherigen Entwicklungen er-scheint, so wenig ist es aller bisherigen Oekonomie gelungen, wieman aus einem spätem Abschnitt sehn wird, es zu entdecken.Sie sah das Phänomen und quälte sich in widersprechenden Ver-suchen ab, es zu deuten. Bei der grossen Wichtigkeit aber, diedies Gesetz für die kapitalistische Produktion hat, kann man sagen,dass es das Mysterium bildet, um dessen Lösung sich die ganzepolitische Oekonomie seit Adam Smith dreht, und dass der Unter-schied zwischen den verschiednen Schulen seit A. Smith in denverschiednen Versuchen zu seiner Lösung besteht. Erwägt manaber andrerseits, dass die bisherige politische Oekonomie um denUnterschied von konstantem und variablem Kapital zwar herum-tappte, ihn aber nie bestimmt zu formuliren verstand; dass sieden Mehrwerth nie getrennt vom Profit und den Profit überhauptnie rein, im Unterschied von seinen verschiednen gegen einander

Marx, Kapital m. 13