58o Dritte Abtheilung, dritter Abschnitt.
werde ich noch anzeigen müssen, daß wir dennoch mit blos-sen Augen alle glänzende Körper wirklich unter einem grös-fern Sehewinkcl erblicken, als andere gleich groß erschei-nende Gegenstände, indem sich auf der Retina unsers Au-ges, um das wahre Bild derselben, wegen ihres lebhaftenLichtes noch ein Zerstreuungskrcis befindet und das Bildvergrößert. Dies wäre also ein scheinbares und unvollkom-menes Sehen. Die Fernröhre, in welchen man durchHülfe gcbrochncr Stralen sieht, sondern nun diese falschenStralen, die den Zerstreu,»igskrcis ausmachten von demBilde ab, und stellen das vollkommene, wenigstens deutlicheBild vom Gegenstand, vergrößert dar. Daher gaben diealten Astronomen die Durchmesser der Planeten und Fix-sterne für weit größer an als die Neuern finden, weil jenedieselben mit bloßen Augen, diese aber durch Fernröhre be-stimmen. Wer sich, wie die Astronomen, gewöhnt hat,entlegene glänzende Körper durch Ferngläser zu betrachten,erwirbt sich dadurch eine gewisse Fertigkeit, dieselben mirbloßen Augen deutlicher als aridere nicht dazu gewöhnteAugen zu sehen. Daher entsteht bey den letzter» so oft dieKlage, daß die Fernröhre die himmlischen Körper nicht sostark vergrößern, als sie sich nach dem Augenschein zu ur-theilen, davon vorgestellt hatten.
Der volle Mond muß uns daher mit bloßen Augengrößer aussehen, als ein anderer dunkler und entlegenerGegenstand, den wir unter einem gleich großen Winkelvollkommen sehen. Herr Jurin findet, daß wenn dieMondscheibe am Auge einen Winkel von 32 Minuten *macht, dieselbe für gute Augen unter einem Durchmesservon 36 Minuten erscheint, so daß nemllch das falsche Licht
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