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Anleitung zur Kenntniss des gestirnten Himmels / Johann Elert Bode
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628
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628 Dritte Abtheilung, vierter Abschnitt.

Mond bey derselben gesehen. Die Venus ist in ihrer obernZusammenkunft mit der Sonne von der Erde z 6 Millionen,und in ihrer untern Zusammenkunft mit derselben kaum 6Millionen Meilen entfernt.

Nun folgt in einem Abstand von derSonne von 24000Halbmessern der Erde, oder 21 Millionen Meilen, der Plcunet, den wir bewohnen, nemlich die Erde *. Sie legt in

einem

' Die ersten Grundsätze, worauf sich die Berechnungen der Entfernnungen der himmlischen Körper gründen, sind mit denjenigen ei-nerley, deren sich die Geometrie täglich bedient. Der Unwissendeerstaunt, wenn er sieht, daß man durch diese Wissenschaft die Ent-fernung der Oertcr mit Instrumenten ausmesscn kann, ohne dieOerccr selbst mit einem Fuß zu berühren. Es ist bekannt, daß, jenäher die Gegenstände dem Meßkundigen liegen, um desto genauerläßt sich ihre Weite finden. Eben das. gilt auch bey den Himmels-körpern. Der Mond ist uns am nächsten, seine Entfernung läßtsich folglich am zuverläßigsten finden. Es kommt hicbey ohngefehrauf folgendes an i Wenn von zween Beobachter» der eine den Mondim scheinbaren Horizont, und der andere zu gleicher Zeit im Schei-telpunct hat, so laßt sich der Winkel beobachten, den die beydenGesichtslinicn machen, und um welchen der eine den Mond an ei-nem andern Ort sieht, als der anders Dieser Winkel heißt in derSternkunde die Parallaxe. Zieht man hier in Gedanken Linienvom Auge zum Monde und zum Mittelpunet der Erde, und vonda eine dritte zum Monde, so ergiebt sich ein Dreyeck, in welchemdie halbe Dicke der Erde von 860 Meilen eine bekannte Seite; derWinke'am Monde oder die Parallaxe, imglcichcn der rechte Win-kel an der Oberfläche der Erde zwey bekannte Winkel sind. Nicht»wird mehr erfordert, um nach leichten Regeln eine von den unbe-kannten Seiten zu finden, welches hier die Entfernung des Mon-des