674 Dritte Abtheilung, vierter Abschnitt.
nen ferner unter der ungeheuren Menge Sterne in der Milchestraße solche Veränderungen vorgehen, die den schärfstenBlicken des Sternkundigen sehr leicht entgehen. Unterdes-sen haben wir kaum seit anderthalb Jahrhundert genaueBeobachtungen von den Fixsternen gesantmlet. Und gesetztauch, es meldete uns eine glaubwürdige Geschichte von eini-gen Jahrtausenden dergleichen denkwürdige Veränderungenan diesen Lichtern des Himmels, was wäre dieses alles ge-gen den ungeheuren Zeitraum, der verflossen seyn kann, eheder Schöpfer unsern Erdball gründete? Wie können wir,Bewohner eines Puncts im Reiche der Schöpfung, wir,die von gestern her sind, über den Anbau neuer Sonnenentscheidende Urtheile fällen? Wenn es dem Urheber derWelten gefiele, in diesem Augenblick eine neue Sonne inder Milchstraße zu erschaffen, die uns auf der Erde sichtbarwerden könnte; so würden wir Dieselbe als einen Sterndoch nicht eher wahrnehmen, als bis die Stralen des Lichtsvon ihr erst durch den unbegreiflich großen Zwischenraumbev uns angelangt wären. Hierüber könnten Jahrtausendehingehen, und die späte Nachwelt würde erst diesen Sternzuerst erblicken. Nunmehro wird man es doch wol unter-lassen , diese großen Rathschlüsse des allgemeinen Regentender Welt von der Erde aus nach Erscheinungen am Himmelunwidersprechlich zu bestimmen? Nein! dieses ist nur denGeistern einer höhern Sphäre, die sich vielleicht durch alleRäume der Schöpfung, von Sonne zu Sonne, und vonPlaneten zu Planeten, augenblicklich begeben können, mitder tiefsten Ehrerbietung anzustaunen vergönnt.
Zahllos wie der Sand, den der Ocean an feine Uferwirft, hat der Ewige jene große Kugeln im Weltraum aus-gesäet.