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Anleitung zur Kenntniss des gestirnten Himmels / Johann Elert Bode
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676
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676 Dritte Abtheilung, vierter Abschnitt.

bereinsten Unheil im Weltbau anrichten und die Planeten zer-trümmern oder aus ihren Bahnen stossen sollten, scheint we-nig Grund zu haben, so lange die Weltkörper nicht einen»ohngefehren Zufall überlassen sind, sondern noch den vorge-schriebenen Gesetzen der Schwere oder Anzrchung in ihre»Bewegungen folgen. Nur erst dann, wenn der Allmächtigenach freyem Willen diese festen Bande, welche alle Weltkör-per mit einander verbinden, ohne sie zu ihrem Unglück aneinander zu treiben, auflösen sollte, dann glaube ich, wür,den wir nur dergleichen zu befürchten haben. Es folgt aberaus allen Anordnungen des Wcltgebäudes, daß die Erhal-tung ganzer Weltkörper eine der ersten Absichten der Schö-pfung gewesen; und daß die Welt nicht ein Werk für weni-ge Augenblicke sey. Wir sehen augenscheinlich, daß in derNatur die Dauer der Geschöpfe ihrer Vortreflichkeit undWichtigkeit abgemessene Stuffen hat. Es giebt Insekten,welche nur einige Tage zu ihrer ganzen Lebenszeit gebrauchen;andern sind Monate zur Dauer bestimmt; die größern Thiereleben Jahre lang. Der Mensch, der Herr der Thiere, über-lebt sie mehrcntheils alle, und kann zuweilen ein ganzes Jahr-hundert zählen, ehe sein Körper wieder in den Staub zurücksinket, davon er genommen ist. Ueberhaupt sehen wir, daßsich alles dasjenige, was der Vergänglichkeit am leichtestenunterworfen ist, am öftersten erneuert oder verändert; alleinganze Weltkörper werden viele Jahrtausende ungestört sichin ihren Kreisen wälzen, und ihre gänzliche Zerstörung oderUmformung scheint blos von dem unmittelbaren Willen derAllmacht abzuhängen, worüber wir nichts entscheiden kön-nen. Gesetzt aber, daß auch ganze Sonnensysteme zaGrunde giengen, so wird es der unendlichen Schöpfungskrast

Gottes