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Anleitung zur Kenntniss des gestirnten Himmels / Johann Elert Bode
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678
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678 Dritte Abtheilung, vierter Abschnitt.

treflichkeit des Wcltgebäudes seine ganze Seele erfüllet, sogiebt der nächtliche Anblick eines heiter'flestirnken Himmelsein unnennbares Vergnügen. Hier lasse ich meiner Einbil-dungskraft freyen Lauf, und die Stille der Nacht erhöht undschärft meine Vorstellungen. Hier beleben mich Empfin-dungen , die die Welt nicht kennt. Hier findet mein GeistStoff zum Denken. Ich finde Gott auf meinem jetzigenWohnplatz, dem Staube des Ganzen, überall groß, schon umbegreiflich groß in seinen kleinsten Werken. Die Zusammen-setzung eines Sandkorns, der Bau des kleinsten Infekts über-steigt schon weit meine Begriffe; allein viel erhabener, vielgrösser denke ich mir die Majestät meines Schöpfers, wennich die Himmel, seiner Fingerwerk, anschaue; wenn ich ei-nen Blick auf das Ganze richte; wenn ich Legionen Weltenzum Gegenstand meiner Bewunderung nehme. Nie kannich mir das Große und Anbetungswürdige in den Werkender Allmacht erhabener vorstellen, als wenn ich die Wegedes Lichts zum Maaßstab nehme, und damit in Gedankenden Abstand unzählbarer Sonnen mit ihren Sphären in denunbegrenzten Gefilden der Schöpfung ausmesse. Da findeich die Macht, Weisheit, Güte und Vorsorge des Unendli-chen in einem weit höher» Glänze, als wenn die kurzsichtigeEinfalt der mehrcsten meiner Mitbürger diese erhabene Ei-genschaften des höchsten Wesens mit dem Umfange der klei-nen Erde Grenzen setzt. Wenn ich die laute Stimme derOffenbarung Hiebey zur Gefährtin nehme, so versinke ich ineinem frohen Erstaunen. Die unendliche Macht Gottes(dies sind alsdann meine Gedanken) schuf nicht allein Son-nen und Erdkugeln ohne Zahl , sondern sein göttliches Auf-sehen erhält sie auch alle in der schönsten Ordnung und ver,

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