1O8
Vorrede der Verfasser.
nötiget sind eine gute Weile zu suchen, um den Lehrbegrif des Verfassers ausfindig zu machen,ehe wir im Stande sind, denselben aus diesem einigen Merkmal zu entdecken; und wenn wirendlich daraufgekommen sind, so müssen wir uns noch die Mühe nemen, abzuziehen und zu-zusetzen. So daß die Verknüpfung des Jahrs vor Christi Geburt mit dem Jahr der Weltoder der Sündflut, eine von den grösten Verbesserungen in der Zeitrechnung, und eben sonotwendig ist, die wahre Zeit einer jedweden Begebenheit gewis zu machen, als die Längeund Breite in der Erdbeschreibung sind, die eigentliche Lage eines Orts zu bestimmen. Miteinem Wort, diese beide Rechnungsarten müssen unzertrenlich gemacht werden, und wernur eine darunter ohne die andere giebt, der kan seinem Leser keinen hinlänglichen Begrifvon den Dingen beibringen, und mus in der That selbst unordentlich schreiben (^).
Nachdem wir dem Leser diese algemeine Nachricht von unsrer Zeitrechnung gegeben,und die verschiedenen Zeitbegriffe derselben von der Schöpfung und Sundflut bis auf Chri-sti Geburt bestimmet haben; so wollen wir hernach in dem Buche selbst die Zergliederungeines jeglichen Zeitbegrifs mittheilen, nachdem wir daran kommen werden, die Glaubwür-digkeit zu zeigen, worauf unser Lehrgebäude gegründet ist.
In der Geschichte selbst haben wir uns bemühet, unser Vorhaben auf die beste Artauszufüren, als uns möglich gewesen; und hoffen, daß wir darin keine andere Feler be-gangen haben, als die sich leicht entschuldigen lassen. Einige Feler sind ohne Zweifel darinvorgegangendenn wir haben die Eitelkeit nicht, uns vor geschickt zu halten, eine ganz vor-kommen volständige Geschichte zu schreiben, welche, wie ein neuerer Schriftsteller es aus-drückt, nicht eher als indem Jahre zum Vorschein kommen wird, wenn man die unaufhör-liche Bewegung und den Stein der Weisen entdecken wird (*°).
In Verfertigung des folgenden Werks haben wir uns durch und durch die Freiheitgenommen, um uns allster der Worte eines^ hinreichen Gelerten zu bedienen, dem wir indiesem Stücke folgen,». die jedesmaligen Stücke der Schriftsteller, woraus wir unsre Sätti-gungen gemacht haben, zu übersetzen, nachzuamen, oder auch von Wort zu Wort einzu-schalten, wenn wir sie zum Gebrauch oder zur Zierde des Vorhabens in der That dienlich„befunden haben, indem wir kein Verdienst oder Geschicklichkeit darin finden können, wenn„ man die Schreibart und den Sin eines Schriftstellers in keiner andern Absicht verändert,„als die Unwissenheit des Abschreibers zu verbergen, oder eine Verbindung zur Dankbar-keit aufzuheben, die manchoch gegen jederman zu bekennen schuldig ist,. ?).
Diesem Bande haben wir, gleichwie wir es bey jeglichem thun werden, ein volstandiges und star-kes Register beigefügt, das dein Leser das ganze Werk in einem kurzen Begrif vor Augen legt, und ihnaus das genaueste in alle Theile desselben weifet-
Wir wollen für disnial von unserm Leser Abschied nemen, nachdem wir ihm berichtet haben, daßgleichwie nach den Bogen dieses Bandes nicht nur alhier im Lande, sondern auch auswärtig, wo sie be-reits in verschiedene Sprachen übersetzt worden, viel Nachfrage gewesen, mithin kein Zweifel ist, daßunsre Unternemung Beifal finde; also die Numern der folgenden Bände ordentlicher ans Licht gestelletwerden sollen, da die Hindernisse, so das Werk bisher verzögert haben, gänzlich aus dem Wege geschaht, unddie Bogen, woraus der zweite Band bestehen sol, gegenwärtig bereits zum Druck fertig sind (41).
Einlei-tn. B.) Aus der in diesem Abschnit geschehenen An- 'Z?6 bereits die zweite Auflage der Holländischen Ueber-zeiqe, daß diese Vorrede im Jahr i?za ausgefertiget setzung herauskommen können, womit in meiner Vor-worten solle beinahe qemutmasset werden können, daß rede die 40.4» und 4 Z Anmerkung zu vergleichen ist-die Ausgabe dieses ganzen Bandes im Jahr 17^6 be- (40. B) Siehe meine Vorrede S. 48 ;r.
reits die'zweite, und die vom Jahr 1740 die dritte Auf- (41. B.) Ausser der holländischen Uebersehung w
läge gewesen, obgleich die Aufschriften ein anders be- damals bereits die Einleitung zum ganzen Werk in»sagen. Da denn noch begreiflicher wird, wie im Jahr französische überseht gewesen. S. Einleit. §. z Anw.
j>) in xr»rs»r>oi>e orixinum Ucbiacsrum.