6 Einleitung zur algemeinen Welthistorie
MLN werden kan. Der erstere bringet notwendig mit sich, daß zwey selbständige Grundwesenneben einander da seyn; welches ein offenbarer Wiederspruch ist. Und der andere, daß esunmöglich sey, sich ohne Wiederspruch vorzustellen, die Materie sey nicht da, oder nur einiger-massen anders beschaffen, als sie nun ist; da doch nichts leichter zu denken ist, als bis. Denn,wir mögen entweder die Gestalt der Welt samt der Einrichtung und Bewegung ihrerTbeile ansehen; oder wir mögen die Materie als Materie, ohne Absicht auf ihre gegen-wärtige Gestalt, betrachten: so ist alles, was wir daran warnehmen, das Ganze sowolals seine Theile, die Einrichtung und Zusammensetzung sowol als die Bewegung, folglich bei-des, derselben Form und Materie, insgesamt etwas höchst zufälliges, wilkürli-ches und von der Notwendigkeit soweit, als nur gedacht werden kan, unterschieden <*).
§. 4 .
Die gegensei- Was diejenigen anlanget, welche das wirkliche Daseyn einer Materie und Benö-tige gründe be-gung leugnen; wenn es anders Leute gibt, die solches im Ernst thun: so wird genug seyn,weisen nichts, wenn wir sagen, daß in Absicht auf uns der Hauptsache nach kein Unterscheid sey, ob dieseDinge wirklich da seyn, oder nur da zu seyn scheinen. Denn wenn GOtt unserer Seelealle Vorstellungen unmittelbar mittheilet; wie notwendig geschehen muö, wenn gar keinesichtbare Dinge wirklich vorhanden seyn sollen: so ist er doch der Urheber derjenigen Vor-stellungen, welche bey uns eben dieselben Folgen und Wirkungen haben, als wenn solcheDinge wirklich vorhanden waren (^). Nicht zu gedenken, daß dieser Lehrbegrif GOttin den Verdacht setzet, als ob er diese ganze Welt zu einem Schauplatz von lauter Blend-werken gemachet habe. Man hat sich bemühet, die Unmöglichkeit der Ausdenung durchdie unauflöslichsten Schwierigkeiten zu erweisen, die daraus folgen, wenn die Theilbarkeitder Materie ins Unendliche angenommen wird; wie notwendig geschehen mus, und leichtdargethan werden kan *). Ist aber keine Ausdenung möglich; so folget daraus unaus-bleiblich, daß auch keine Bewegung stat habe. Man macht noch mehr verworrene Schwie-rigkeiten gegen den leren Raum, welchen man doch zugeben muö, wenn man sich anderseine Bewegung vorstellen wil Jedoch alle diese Schwierigkeiten, ob sie gleich, nachdem Geständnis grosser Männer, unbeantwortlich sind, beweisen weiter nichts, als daß dermenschliche Verstand seine Gränzen habe und unvolkommen sey; daher, weil sie nur dar-aufberuhen, daß wir keine volstandige Vorstellung von der Ausdenung und dem Raumhaben so sollen sie nicht einmal vor warhafte Schwierigkeiten gehalten werden *).
§. 5.
Es können aber die Meinungen der alten und neuern Weltweisen, von dem Ursprungder Welt, in eine von diesen drep Gattungen gebracht werden.
i. Daß
^ I. c. p. 2Z, Siehe Olüionzire kna. IN 4rt. not. 6. /*) Eben
derselbe >oo. cir. not. I. Siehe LlüillN, loc. cir. nor. I. lind on duinsn. llaöerÜLnäiok-
1 .. IZ. Siehe I. c. p. II. lr.
Sah kan des Hm. geh. Rath ren Raums wird schwerlich von sederman zugesta^s I' , N3iur. park. L §. 6zz - 641 den werden: so wenig als der Mangel deutlich^
verglichen ^roen, alwo §. 642-645 eine andere Vorstellungen von der Ausdenung und dem Raun'/Wiederlegung des Ideansmr vorkomt; ingleichen oder auch die Unbeantwortiichkeit ideallstistvvdes Hrn. Jac Larpovs läeslisirms ex concelüs ex- Einwürfe ; deren Geständnis beim Bavle eben k^plolus. Die alhier behauptete Notwendigkeit der ne Wirkung der Bescheidenheit gewesen,unendlichen Theilbarkeit der Materie und.des le-