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Z98 Zusätze aus Pococks Beschreibung von Egypten.
Porphyr anzusehen, und von dem gelbgesprenkelten Marmor, den man zu Venedig,nachgemacht hat. Das nächstfolgende Thor 6 ist sehr zerfallen, hat aber nur zwey Ge-schosse von Bildern in Riesengroße, gegen Mittag, und eines gegen Mitternacht. Dasdritte Thor v hat rund herum hieroglyphijche Bilder und Abbildungen von Menschenin Riesengrösse. Hier sind gleichergestalt Ueberbleibsel von einer weissen marmornenStatue, deren Haupt eine an dem Helme ausgearbeitete Schlange trug; sie hält fünf FuSim Durchschnit, und fünftehalb Fus von dem untern Ende des Halses bis oben auf denKopf. Der vierte Thorweg L ist gegenwärtig ein Haufen Schut. Vor demselben liegeneinige Stücke einer Statue von rotein Granitstein, wovon ich den Rumpf achtehalb Fusbreit gefunden habe. An der Morgenseite dieser Pforten liegt das Gebäude Iss iiigleichen.ein grosser Teich 6, der vermutlich ein Behälter zum Nilwasser, selbiges in dem Tempelzu gebrauchen, gewesen ist. Diese Thore hiessen bey den Griechen Vorthore oderHallen (-r« A^svvX«). Von denselben gingen Mauren ab, die sich nicht allein bis zuden übrigen Pforten erstreckten, den Tempel völlig einzuschließen, sondern auch den Um-fang der besondern Höfe zwischen den Pforten und dem Tempel auszumachen. Bey demEingänge in den Umfang des Tempels, gegen die Obelisken zu, sind Trümmer von einerStatue in Riesengrösse von rotem Granitstein. Ob nun gleich dieser Eingang von derMittagsseite so ansenlich war: so war es doch nur der Weg nach der Nebenseite des Tem-pels ; indem die Lage des Bodens einen dergleichen Zugang zu der Haupt- oder Vörder-seite nicht zulies, wo sonst alles auf das prächtigste eingerichtet war; welches ich an gehö-rigem Orte beschreiben werde. >
Ohngefär hundert und fünfzig Schrr't gegen Abend ist ein anderer prächtiger Ein-gang, mit eben dergleichen Zugänge von Sphinxen, der auf einen solchen Thorweg kTzugehet, als indem Aufris 2 vorgestellet wird, und der ebenfals mit hieroglyphisthettBildern gezieret ist. Hundert drey und achtzig Schritte von da stehet ein grosser spihseulk-ger Thorweg, und daran stößet das grosse Gebäude k, welches in verschiedene Theile ge-tbeilet ist, und bis an den Tempel gereicht zu haben scheinet. Ich erhielte, ausbesondererGunst des Scheiks, Erlaubnis hinein zu gehen, ohnerachtet es die Wonung der Weiberist. An der Msrgenseite desselben ist ein anderer Eingang I- in dasjenige, was ich denVortempe! AI nenne, der an der Abendseite des grossen Gebäudes liegt, dergleichen auchan der Mitternachtsseite des gedachten Hofes bey ldl befindlich ist. Ein fünfter Eingang0 ist der Tempel selbst an der Mitternachtsseite, woselbst, dem Augenschein nach, ansenlicheGebäude gewesen sind, die aber jetzo gänzlich unter dem Schut begraben liegen, der ver-mutlich von einem Dorfe, das vorzeiten nahe dabey gelegen, dahin geworfen ist. Einsechster Eingang k ist auch von der MitterNachtöseite, wo gleichfals alles verschüttet ist, undwelcher dem erwenten ersten prächtigen Eingänge gegenüber liegt. Ein siebenter t^istweiter gegen Morgen, auf eben der Seite; und noch ein anderer R, gegenüber. Es istzu vermuten, daß noch ein Eingang weiter hin bey 8 gewesen ist; denn nahe dabey ist eineansenlich? Pforte, und zwischen demselben und dem Tempel liegen verfallene Ueberbleib-stl von grossen Gebäuden; die, wie ich mutmaße, zu dem Tempel gefüret haben: wiewol ichden Eingang nicht ausfündig machen konte, weil der besagte Theil ganz verfallen ist. Esist glaublich, daß diesem gegenüber noch ein anderer, und endlich der zwölfte Eingang Dan dem Ende gegen Morgen, in einiger Entfernung von dem grossen Gebäude gegen Mor-gen, gewesen ist.