Vierte AöhatidüitiA, bott den Gräbern zu Theben. 6oz
viele Eingänge in die Felsen, die vermutlich eben so beschaffen waren, als die Grüfte, die- ich auf der Hinreise zu beiden Seiten des Weges vernommen hatte.
Der Scheik war so höflich und freundlich, daß er bey mir zum Essen blieb, wel-ches sie sonst selten thun. Tages darauf begab ich mich in zwey sehr geräumliche in den Felsgehauene Zimmer, auf der Mittagsseite derjenigen Hügel, wo wir den Tag vorher hin ge-wesen waren, zwischen dem Fus der Hügel hinein, an der Stelle, die in derbsten Tafel mit8 bezeichnet ist. Zu einem unter denselben Hundertsten*) Tafel, gehet eine Treppe von zehnStufen hinab zu einem geraumen Saal, so in den Fels gehauen ist, welche zu einem Ge-'mach füret, worin viereckte Pfeiler aus dem Felsen gehauen sind. Jenseit desselben ist einlanges Gemach mit Pfeilern, so zu beiden Seiten einerley Gestalt haben; alle Zimmer sindmir hieroglpphischen Bildern geschmückt; der Stein aber ist dermaßen abgesprungen, undin einigen von den ersten Zimmern so schwarz, daß man grosse Ursach hat zu glauben, derOrt sey durch Feuer beschädigt worden. Jenseit dieser Gemächer gehen die Zimmer nachder Rechten zu, und verschiedene Stufen hinunter. Ein Theil fürt in eine Gallerie, dierund um den Fels ausgehauen ist, und einige Zimmer auf der einen Seite hat; und hier-in sowol als in den Zimmernder andern Gruft, die mit L bezeichnet ist, finden sich unten senk-recht eingehauene Löcher, nach andern drunter belegenen Zimmern zu, wo ich Thüren undÖffnungen sahe, und woselbst vermutlich eben so viele Zimmer sind, als oben. Man soltefast glauben, daß diese Plätze Wonungen vor die Lebendigen gewesen wären, und vieleichtunter den Pallästen der Könige von Theben ausgehauen gewesen seyn möchten, wenn esnicht die Palläste selbst gewesen, wohin sie sich nach Belieben aus ihren Zelten oder andernPlätzen begeben möchten, die dem Winde und der Hitze mehr ausgesetzt waren. Die an-dre Gruft L ist unter einem kleinen Hügel ausgehauen, der zwischen L und L liegt, nahebey den Spuren von einem grossen Eingänge unter die Berge hinein. Der Weg zu demEingänge gehet durch ein Thal, welches scheinet von Mauren oder Wänden, von welchennoch Ueberbleibsel vorhanden sind, in vier Theile getheilt gewesen zu seyn. Diejenige, soam weitesten gegen Morgen liegt, ist tief, und siehet aus als ein Steinbruch von schwar-zen Feuersteinen, indem sie weit tiefer ist, als die übrigen. Ich gedachte, es möchte einBehälter zum t^ilwasser, und desfals vorzeiten mit Steinen gepflastert gewesen seyn, da-mit es das Wasser halten möchte. Die übrigen drey Theile gehen auf einige Ueberbleibselvon Gebäuden zu, dergleichen in der zzsten Tafel vorgestellet sind; das Thor von Granit-stein H fürt nach dem Gebäude L zu, welches bis auf einen kleinen Theil der Vörderseiteganz verfallen ist. Gegen Abend ist ein Gemach L, über welches ein wohlgewölbter Bo-gen gehet, mit einer halben Rundung bey seinem Kämpfer. Die Pforte an dem Mitter-nachtsende hat gleichfals eine halbe Rundung auf beiden Seiten, und ist von Granitstein.Es scheint als eine christliche Kirche gebraucht zu seyn, und die hieroglpphisthen Bil-der, die in kleinen Feldern vortreflich wohl ausgehauen sind, hat man mit Gips überzogen.Auf dem Gips ist Christus mit einem Heiligenschein gemalt. Da dieses eine Kirche gewe-sen, so ist es zu ver,nuten, daß das Gewölbe über dieses Gebäude von Christen gemachtworden. In dem kleinen Gemach 0, gegen Mittag, liegen viele Beine, die verbräm zu seynscheinen; und wenn nicht Leinewand dabey gewesen wäre, so hätte ich nicht geglaubt, daß siebalsamirt, sondern daß sie von ohngefär verbrant wären. Der Fels auf dem Berge istdurch die Kunst senkrecht gemacht. Die Leute sagten, es wäre da ein Eingang unter denHügel gewesen; und es ist glaublich, daß es ein Durchgang gewesen, zu welchem daselbst
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S.lso.
* Achter diezke.