Band 
Erster Theil von A - G.
Seite
163
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Camerarius. 163

———————auf das Colloquium, 1768 nach Wien, mit dem Kaiſer Rathzu halten, abgieng. Er ſchlug allerhand Dignitziten aus, zuwelchen man ihn hat erheben wollen, damit er der Studien deſtobeſſer abwarten konnte, unterhielt einen beſtaͤndigen vielbedeuten-den Briefwechſel, und ſtarb endlich Verdienſte- und Lebens- ſattden 16 Apr. 1774 zu Leipzig/ welcher Muſen-Sitz durch guteAnſtalten den Camerarium im Tode noch wohl zu ehren wuſte.In Leipzig war er etlichemal Decanus und dreymal Rector. Eswird billig ſeyn, aller ſeiner Kinder zu gedenken, deren er in einerEhe von 46 Jahren 9 gezeuget hat; nemlich: 1) eine Tochter,Anna, die Esrom Ruͤdiger heyrathete, von dem mit beſondermLob kan geſagt werden, daß ihn ſein Schwiegervater zum Cenſorſeiner Schriften beſtellet hat. 2) eine Tochter, Magdalena;die der vortrefliche Mathematicus Joh. Hommel geheyrathet. 3)eine Tochter, Martha, die ledig geſtorben iſt. 4) eine Tochter,Urſula, die Caſp. Jungermann, ein ICtus in Leipzig genom-men. 5) Johann! Preuſſiſcher Rath, der in Koͤnigsberg ſtarb.6) Joachim, der Medicus, von dem wir ſogleich handeln wer-den. 7) Philipp deſſen verdientes eben wir auch bald beſchrei-den. 8) Ludwig/ ein beruͤhmter Medicus. 9) Gottfried, derin Dienſten des Pfaligrafen Reichard geweſen iſt. Den Rußmdes Vatters aller dieſer Kinder zu beſchreiben, haben ſich die be-ſten Gelehrten Muͤhe gegeben; ihr Lob gehet aber alles dahin:Camerarius war ein wahrer Polyhiſtor, der groͤſte Gelehrte, denDeutſchland gehabt hat/ und vornemlich der groͤſte Grieche/ an-bey der vortrefflichſte Poet, und mit Melanchthon Deutſchlandsallgemeiner Lehrmeiſter. Jac. Thomaſius hat in der 7 ſten raͤfat.(die ſein Sohn Chriſtian edirt,) die Urtheile und Lobſpruͤche, dieer erhalten, geſammlet. Er war auch ein groſſer Lieb baber vomReiten, und hat auch von Pferden geſchrieben. Von ſeinenSchrifften urtheilte Joh. Andr. Boſius, auch andere, ſagend:wenn ſie auch nur ein Blatt von Camerarii Schrifften auf der

Gaſſe liegen ſahen, wuͤrden ſie es aufheben, in der Gewiſ heit,etwas daraus zu lernen. Und dies iſt der Grund, warum wiruns die Muͤhe geben muͤſſen, alle Schrifften des Camerarii an-zuzeigen, und den Fabricium in Bibl. graeca Vol. XIII. p.

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