Camerarius. 174
——————jenigen, die die Titel der meiſten Schriften, oder einige Nach—richten genauer wiſſen wollen, auch wieder dahin verwenen, weiles unſer Raum und Vorhaben nicht litte, alle Bacher-Tuel ſogar umſtändlich und weitlaͤuftig abzuſchreiben, und maucherHaubttitel gar zu viele kleine Nebentitel in ſich begreift. Auch ſindnoch eben daſelbſt die Nondum edita Camerariana nachzuſehen.Ingleichen iſt noch hier und dar verſchiedenes von ihm eingedrücktzu finden: z. E. mediciniſche Briefe in der ciſta medica Hornun-gi; conſilia medica in dem Werke des Joh. Wittichs, ſo zu Leip-zig 1604 in 4. beraus gekommen iſt; Victos et cultus ratio, ſobey der Schola Salernitana zu finden; Briefe von und an ibm indes Crenii animaduerſionibus, und noch etwas von ihm in be-ſagten Crenii uatiorum auctorum conſiliis et ſtudiorum metho-dis, u. dergl. m. Im uͤbrigen iſt von ihm nachzuſeben: Ad. undDoppelm. ingleichen Preſſeri Or. de Ioach. Camerario, in Ora-tionum Libris III. Lipſ. 1606. Andr. Preyhub orat. in funereCamerarii, Lipſ. 1574. 4. Merkl. AL.
Camerarius(Joachim, der iuͤngere,) des vorigen beruͤhm-ter Sohn, ein Medicus, war gebohren zu Nuͤrnberg den 6 Nov.1934. Er wurde zuerſt von Haus⸗Praceptoren, M. Leonh.Wolffen und Ernſt Diglin(vermuthlich Voͤgelin, dem nicht un-gelebrten Buchdrucker bey dem Camerarius ſo viel drucken lies)unterrichtet, kam ſodann mit ſeinem Bruder Philipp auf dieSchulpforte, wo er von ſeinem Schwager Esrom Rüdiger lern-te. Am meiſten profitirte er von Melanchthon, der ihn auch wieſein Kind liebte, und ſich, wann er zu Bette gieng, von niemand,als von ihm, auskleiden lies. Nachdem er in den Humaniori-bus veſte war, ergrief er die Medicin, und ſtudierte ſelbige zuerſt
u Wittenberg, dann zu Leipzig. Auch war er zwey Jahr zuFreslau bey dem beruͤhmten Arzt Joh. Crato, einem Freund ſei-
nes Vatters, im Hauſe, und gieng alsdann nach Padua, ſtu-dierte da ein Jahr, und ferner uber ein Jahr in Bononien, woer auch den To Jul. 1762 zum Doctor gemacht wurde. Nachſeiner Zuruckkunft in Deutſchland, lies er ſich, auf Verlangenſeines Vaters in Nurnberg nieder, wo er 1564 als ordemlicher8 3 Staot-