Band 
Zweyter Theil von H - M.
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3570 Kraͤer·

binder daſelbſt und ſeine Mutter hies Kunigunda. Es giengeihm in ſeiner Jugend ſehr hart, ſo daß er Allmoſen ſammleteund vor vornehmen Haͤuſern das Evangelium betete. Nach derHand kam er in die Schule zu St. Lorenzen, wo ihn ſein un-ablabiger Fleis bey dem Cantor, Val. Diezel, ſo beliebt machte,daß er ihn mit ſich von St. Lorenzen nach St. Sebald nahm,und nebſt Hrn. Rector Laͤmmermann vornehmen beuten recom—mendirte, daß er bald ein Stipendium bekommen, und darauf16 18 nach Altdorf auf das Gymnaſium geſchickt werden konnte.Hier profitirte er ſo vortreflich, daß er nachmals auf daſiger Uni-verſitaͤt ſtudieren und ſich etlichemal im Diſputiren konnte hoͤ—ren laſſen. Er vertheidigte nemlich 1623 unter M. Ge. Friedr.Blinzig probl. moral. dec. IV. de uirtute morali, unter JacobBruno aphorism. phyſ. diſp. XIX de anima in genere et inſpecie de intellectu hominis, und unter M. Joſeph Koͤrbernuariar. quaeſt. pentadecadis I decadem I, worauf er im beſagtenJahre 1623 Bacularius und 1625 Magiſter wurde, nachdemer noch im letzten Jahre den uten Apr. unter Joh. Koben deſex poſterioribus praedicamentis diſputiret hatte. Nicht langedarauf 4528 wurde er Inſpector der Alumnen zu Altdorf, inwelchem Amte er 6 Jahre geſtanden und verſchiedene unten an-zufuhrende Diſputationen gehalten hat. Unterdeſſen hatte er ver-ſchiedene fremde Vocationen, ſonderlich nach Sulzbuͤrg, welcheer aber alle ausgeſchlagen hat. Jedoch gienge er 1634 als Dia-conus nach St. Egidien in Nuͤrnderg, wobey er viele junge Leuteprivatim informirte, auch die Früh predigten bey St. Walburgvon 15 bis 1652 verſahe. Endlich wurde er 162 Diaconusbey St Lorenzen und 1565 deſſelbigen Kapitels Schaffer. Sei-ner Gelehrſamkeit wegen ſind ibm bey 20 Moͤnchen, die dasPabſtthum verlaſſen, ingleichen eine Juͤdin zum Unterricht uͤberge-ben worden, welche letztere er auch getauft hat. Nachdeme er0 Jahre im oͤffentlichen Amte und 44 Jahre in Kirchendienſtengeſtanden, ſtarb er den 1oten Nov. 158. Von ſeinen beydenWeibern, Martha Lauferin und Helena Meilerin, und derenKindern kan in klirſch. dipt. nachgeleſen werden. Die obgedach-ten Diſputationen heiſſen:

Decas