Band 
Zweyter Theil von H - M.
Seite
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Kraus. 357

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hat unter des letztern Vorſitz de Carteſianis et Carteſianismo di-

ſputiret, und ſich damit 1678 die Magiſter⸗Wuͤrde erworben.

Im Sept. dieſes Jahres iſt er noch mit ſeinem beſtaͤndigen

Freunde, Hrn. M. Job. Conr. Feuerlein, nach Jena gegangen,

und hat ber Muſaͤus, Baiern und Goͤken die Theolegie eifrig

getrieben. Als 1679 ſein Hr. Vatter geſterben, gieng er aufeine kurze Zeit nach Haule, kehrte aber hald wieder nach Icna,um ſeine Studia gaͤnzlich zu vollenden. 1089 iſt er von Icnaüber Halle und Leipeig roch Kaufe gereiſet. Cine zugeſtoſſene

Unpaͤßlichkeit hinderte ihn, ſo begierig er auch war, noch andere

Unwerſitaͤten zu beſuchen. Er wandte ſich deswegen noch ein-

mal nach Altdorf, beſuchte Sauberts, Reinharts und Fabricii

theologiſche Vorleſungen, diſputirte unter Fabricio 1581 decommunicatione naturarum et idiomatum et officiorum Chri-ſti, verlies ſodann dieſe hohe Schule und begab ſich in den

Nuͤrnbergiſchen Candidaten⸗Cirkel. Zu Ende 1683 wurde er

zur Pfarre Regelsbach berufen, und 1689 erhielte er das Diaconat

bey St. Egidien in Nuͤrnberg, wobey er zugleich bis in daszte Jahr General Vitarius des Stadt⸗Miniſterii geweſen iſt.

1503 wurde er Diacenus bey St. Lorenzen und gelangete

105 zum Seniorat. Sein Amt hat er recht unverdroſſen und

eifrig geführet. Weil er uͤber die unuͤberwindlichen Maͤngel

des Beichtſtuhls ſehr bekuͤmmert war, hat er ſich der Seelenun ſo nachdruͤcklicher privatim angenommen, und hat deswegendie beſondern Haus⸗Uebungen und Haus Kinderlehren in Nuͤrn-berz aufgebracht, die noch bis dieſe Stunde von den Nuͤrnber-

glnchen Hrn. Geiſtlichen fortgeſetzet werden, und iſt endlich 1709

den zten May nach vielem Leiden von dieſer Welt abgefordert

worden. Verbeyrathei bat er ſich zwermal, 1) mit Urſ. Magd.

Jaterin, 2) mit Maria Kleinertin. Siebe von dieſen Weibern

und ihren Kindern ein mebrers in Hirſch. dipt. Wir haben ein

gar ſchönes Geſangbuch von ihm, unter dem Titel:

Geiſtliche Andachts-Harpfe, d. i. aucerleſenc neue geiſtreiche Lie-der und Reim⸗Gebethe ꝛc. nebſt einer Harmonie der Lieder-Melodien, daraus leicht zu 0 1 welche Lieder in einc de

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