Band 
Zweyter Theil von H - M.
Seite
416
JPEG-Download
 

416 Leibnitz.

—(oder, wie andere diptycha melden, 1662) von Nuͤrnberg weg,ſoll aber wieder dahin gekommen und 1678 daſelbſt geſtorbenſeyn.

Leibnitz(Chriſtoph) ein vortreſſicher Theologe, wurdegebohren zu Grimma in Meiſſen im Jahre 1579. Von ſei-nen Eltern und Jugend-Jahren iſt bis daher wenig bekanntworden; ſo viel aber iſt zu erinnern, daß ſein Vatter Johanngeheiſen und ein gemeiner Mann geweſen, er aber mit unterdie Aſcendenten des unſterblichen Hrn. Barons, Gottfr. Wil-helm von Leibnitz, der auch aus Meiſſen gebuͤrtig war, gehoͤre.1601 kam er nach Altdorf und lies ſich daſelbſt den 22ſtenOct. immatriculiren. 1603 wurde er daſelbſt Magiſter, und1604 iſt er an Boxbarters Stelle zum Inſpector der Alumno-rum in Altdorf beſtellet worden. In dieſem Amte hat er un-ter Nic. Taurello uͤber theſes philoſophicas de ottu rationalisanimae(gedruckt zu Nuͤrnb. 1604 in 8) diſputirt. 1605 wur-de er Pfarrer zu Ober- Ruͤſſelbach bey Graͤfenberg, 1610 aberwurde er ganz unvermuthet in die Stadt Nurnberg als Diaco-nus zu St. Sebald berufen, welches auf Veranlaſſung ſeinerFeinde und boͤſen Angeber ſoll geſchehen ſeyn, die gar ein an-ders ſuchten. Er iſt aber um der damaligen Handel mit demaͤrgerlichen Altdorfiſchen Paſtor und Profeſſor Spremberger,auch anderer Urſachen willen ungern nach Nuͤrnberg gekommen,wie er ſelbſt in ſeiner ungedruckten unten arzufuͤhrenden Dedu-ctions⸗Schrifft meldet. Er iſt auch hernach in der Sprember-

eriſchen S treit⸗Sache mit zu den Conferenzen gezogen worden.r war der Formulae Concordiae ſehr geneigt, und drang mitJoh. Sauberten eifrig drauf, daß die damalige Normal—chrifft, Scriptum declaratorium genannt, abgeſchafſet wurde.So war er auch ſonſten um den Schaden Joſephs ſehr be-kuͤmmert und ſuchte nebſt der Reinigkeit der Lehre ſonderlichuch ein heiliges Leben zu befördern, daher er auch nebſt Sau-erten 1625 die Kirchen⸗Viſitation von neuem zu befoͤrdern ſichMuͤhe gab, Zuſammenkuͤnfte ſeiner Amts⸗Bruͤder in ſeinem ei-genen Hauſe quartaliter anſtellte, woraus hernach das jahrlicheN noch