Maier. 837
und wer eine gebobrne von Holzſchuher aus Nuͤrnberg. ZuStein, Feuerthal und in dem Gymnaſto zu Schafhauſen liesibn ſein Vatter die Grunde des Studierens legen; als aber der-ſelbe 150 gestorben war, begab er ſich mit ſeiner Mutter nachNeuberg. Hier bediente er ſich der treuen Unterweiſung desdamaligen Rectors im Spital, M. Ge. Widers, beſuchte da-rauf die Umverſität Altdorf, widmete ſich der Rechtswiſſen-ſchafft, legte ſich aber auch dabey auf die ſchoͤnen Kuͤnſte, undſuchte vor allen in der lateiniſchen Poeſie etwas beſonders zuthun, ats wozu er gleichſam gebohren war und worinnen er esauch ſehr weit gebracht hat. Denn man durfte ihm nur eineMaterie vorlegen, ſo war er im Stande, ſogleich aus demStegreife lateiniſche Verſe davon herzuſagen. 1661 den zoſtenAug. perorirte er in lateiniſchen Verſen. Er uͤbte ſich aber auchin der deurſchen Dichtkunſt und wurde deswegen 1662, da ernoch in Alcdorf ſtudierte, in die Blumen⸗Geſellſchafft zu Nuͤrn-berg unter dem Namen Palaͤmon aufgenommen, ſo wie nachder Hand 1674 vom Hrn. Siegm. von Birken zum kaiſerlichenPoeten bey einem Gaſtmale gekroͤnet. Er bewarb ſich niemalsum ein oͤffentliches Amt, ſondern da er ſich nach geendigtem Uni-verſitaͤts⸗Leben wieder nach Nuͤrnberg begeben, widmete er ſichin der Stille den Studien, und gieng mit den bekannten Buch—händlern, Hrn. Endtern, einen Vertrag ein, gegen eine billigeBeſoldung die Zeit ſeines Lebens die Correcturen in ihrer Officinzu beſorgen, welches er auch getreulich geleiſtet und ſich damitum viele Buͤcher, beſonders das Endteriſche Bibelwerk, ſehr ver—dient gemacht hat. Er hat ſich zweymal verheyrathet, einmalmit einer Tochter Hrn. M. Jac. Tydaͤus, Profeſſors zu Altdorf,ſodann mit einer Schwenterin aus Altdorf. Endlich iſt er den rotenFebr. 1699 geſtorben. Im MSScee hinterlies er eine groſſe An-zahl lateiniſcher Gedichte/ die er der Pegnitzj⸗Geſellſchafft vermo-chet hat und welche dieſelbe noch beſitzet. In dem poetiſcken An-dachtsklang der Muͤlleriſchen Erquickſtunden iſt das„9 und 107 teLied von ihm verfertiget worden. Sonſt iſt uns nichts in Druck
von ihm bekannt worden, als folgendes: ö
Timo-