Mauſer. 601
———— b—ä-—Man ſehe den debens lauf an ſeiner ermeldten Leichpredigt, undHirſch. dipt.
Mauſer oder Muſurus,(Conrad) ein beruͤhmter Witten-bergiſcher JTtus von Nurnberg gebuͤrtig, war eines KaufmannsSohn, und kam 1524 nach Wittenberg, woſelbſt er zuerſt Me-lanchthonen, ſodann die ITten daſelbſt gehoͤret hat. Nachdemer faſt 5 Jahre mit Ruhm auf der hohen Schule zugebracht,heyrathete er zu Wittenberg, und zwar wider ſeines Vattersund ſeiner Freunde willen; die ihn nach Hauſe haben wollten,eines Buͤrgers Tochter, und hat deswegen Melanchthon, der, ſo Nwie der berühmte Hier. Schurf, gar viel auf ihn hielte, an
ler. Paumgartnern und den Abt? riedrich nach Nuͤrnberg ge-chrieben, daß ſie ſeinen Vatter beſäͤnftigen und ſich dieſen jun-
gen Mauſer empfohlen ſeyn laſſen moͤchten. Er wurde aber Li-
centiat der Rechte, des Conſiſtorii zu Wittenberg Beyſitzer und
wie uͤberall gemeldet wird, Anteceſſor oder Profeſſor Juris zu
Wittenberg. Weil er aber in dem Verzeichniß der Witten-
bergischen Profefforen nicht befindlich iſt, auch in dem Leich⸗Pro-
gramma nicht Profeſſor genennet wird, ſondern es nur heißt,cum reipublicae in ciuilibus negotiis, tum dero eccleſiae in con-ſiſtorio utiliter ſeruiuit, auch aus einem andern Leich⸗Progr. aufſeinen Sohn Johann(der 1562 geſtorben) weiter nichts erhel-let, als, uſus eius in iudiciis huius eccleſiae et in ſchola hac ma-zimus: ſo will Hr. Prof. Schwarz dafür halten, er ſeye nicht
Profeſſor, ſondern nur ein Privat⸗Lehrer zu Wittenberg und et-
wann noch Stadt⸗Syndicus dabey geweſen. Er ſtarb im Jab-
re 1548/ und wurde den 23ſten Oct. begraben. Das G1.macht noch einen Sohn von ihm, Conrad, namhafft, der ſeines
Vatters Schrifften ſoll herausgegeben haben. Es kam aber
von ſeinen gelehrten Arbeiten folgendes nach ſeinem Tode um
Worſchein:
Proceſſus iuris. Hr. Prof. Schwarz berichtet aus Quenſtedten,es ſeye dieſer Proceß 5 o herausgekommen. In der J. P.von kudewigiſchen Bibliotbek aber findet ſich Conr. Mauſerigeillicher Proteß/ Jen, 1607. 4. und eben deſſelben pro der
ur-