Band 
Zweyter Theil von H - M.
Seite
699
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Murr. 699

————Murr(Chriſtoph Gottlieb von) iſt im Jahre 1733 den

6 Aug. in Nuͤrnderg gebohren worden. Sein Herr Vatter,Georg Cyriſtoph, der 1756 als Unterpfleger in der VorſtadtGoſtenhof verſtorben, hatte viel Vergnuͤgen an einer guten Buͤ-cherſammlung, wozu deſſen Vatter ſchon den Grund auf ſeinenReiſen in Italien geleget hatte, indem er in Rom den beruͤl m-ten Magliadecchi kennen lernte und auch noch nachher, als der-ſelbe Bibliothekar des florentiniſchen Buͤcherſchatzes wurde, bisan ſein Ende einen Briefwechſel mit ihm unterhielte. SeineFamilie iſt urſpruͤnglich aus dem Bambergiſchen aliwo einige davonin dem Domkapitel geweſen; wie denn auch noch 1511 Johann vonMurr als ein deutſcher Ordens⸗Ritter geſtorben. Unſer gegenwaͤrti-ger Herr von Murr bezeigte in ſeiner Jugend eine groſſe Neigung zumSoldaten⸗Leben, entſchloß ſich aber um Studieren. Er frequentirtezu demEnde die obern Klaſſendes Gymnaſii, woſelbſt er bey Hn. Rect.und Prof. Schwebel den Grund zur genaͤuern Kenntniß der griechi-ſchen Schrifftſteller und Alterthuͤmer legte. 87 der Geographie,im Franzoͤſiſchen und auch in der ebraͤiſchen E prache hatte er be-ſondere Lehrmeiſter. Aus dem Gymnaſio begad er ſich ſogleich zuEnde 1751 nach Altdorf. Die ungemeine Gefaͤlligkeit der Leh-rer dieſer hohen Schule und der Ruhm des Hn. D. Heumannsbewogen ihn, den Entſchluß, auf eine andere Univerſitaͤt zu ziehen,zu ändern und in Altdorf ſeine academiſchen Jahre zuzubringen.Er hoͤrte anfangs die Philoſophie bey dem jetzigen Prof. Willund die Mathematik und Naturlebre bey Hn. D. Adelbulner.51 der lateiniſchen Beredſamkeit, Critik und den Alterthuͤmernoms uͤbte er ſich bey dem. Hn. Prof. Nagel. Hn. Semmler batte

er in der Reichs- Geſchichte zum Fuͤhrer, in der gerichtlichen Me-dicin Hn. D. Weiſen, im buͤrgerlichen und geiſtlichen RechteHn. D. Deinlein, in dem Nuͤrnbergiſchen und peinlichen Rechteſo wie in der Praxi Hn. D. Spieſen. Hn. D. Heumannenhoͤrte er uͤber das naturliche, deutſche, dehen⸗ und Policey-Recht,wie auch uͤber das Staatsrecht des deutſchen Reichs und uͤberdeͤſſen apparatum jurisprudentiae literariae. Dieſer groſſe Ge-lehrte iſt ihm mit ſehr vieler Liebe an Handen gegangen und hatihm allezeit ſeinen ſchaͤtzbarn Buͤchervorrath zum Gebrauch oftengelaſſen. 1754 vertheidigte er als Verfaſſer unter deſſelben Vor-Sweyter Theil. Uu uu ſitz