Band 
Vierter Theil von T - Z.
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8 Taurellus.

—.———er Philoſophe geweſen, der zu Muͤmpelgard den 26 Nov. imahre 1547 gebohren war. Sein Vatter war Stadtſchreiber

daſelbſt. Nicolaus wurde vom ſechſten Jahre an als ein fuͤrſtlicher

Stipendiate zu Tubingen erzogen. Der beruͤhmte Jac. Schegk

war allda verſchiedene Jahre ſein vornehmſter Lehrer, beſonders

in der Philoſophie, deren hoͤchſte Wuͤrde Taurellus 1565 empfieng.

Bisher legte er ſich noch auf die Theologie, nun aber verlles er

ſie: und da es ihm von ſeinen Freunden erlaubet wurde, ſich zu

einer ieglichen andern Facultaͤt zu bekennen ſo erwaͤhlte er die Me-dicin, wurde auch wirklich 1575 zu Baſel der Arzneykunſt Do-ctor. Das Jahr darauf ſollte er des Herzoges von Wuͤrtem-berg, Friedrichs, Leibarzt werden; die Sache wurde aber durcheinige Theologen, die ihn ſchon damals ohne Grund verdaͤchtigmachten, hintertrieben. Er begab ſich alſo wieder nach Baſel,wo er ſich zur reformirten Religion bekannte und die Profeſſionder Phyſik, und Medicin, ſo wie einige Zeit hernach das Lehramtder Ethik, erhielte, welches ihm aber nicht recht anſtaͤndig war,weil er dadurch an ſeinem mediciniſchen Studieren allzuſehr ge-hindert wurde. Der Hr. D. Feuerlein in der Vorrede zu ſeinem

Taurello defenſo beweiſt, daß er 1579 noch nicht ordentlicher

Profeſſor, ſondern nur Iſ. Kellers Vicarius geweſen ſey. Gleich-

wol hat er ſchon 1580 als mediciniſcher Decanus vier Doctores

gemacht, und in eben dieſem Jahre iſt er noch auf die neue Nuͤrn-bergiſche Akademie nach Andorf als Profeſſor der Arzneykunſt be-ruffen worden, auch noch den 8 Oct. allhier angekommen. Erkam auch zugleich als Profeſſor der Phyſik in die philoſophiſcheFacultaͤt und fuͤhrte das Decanat, welches dieſe Facultaͤt damalsnur alleine hatte, dreymal. Das Rectorat der Akademie aberverwaltete er viermal, wobey er iedoch das erſtemal nur als Pro-rector ſtunde, indem der Graf von Oſtrorog Rector war. Er warklein von Perſon, aber ein Mann von groſſer Gelehrſamkeit undder ſchaͤrfſten Beurtheilungskrafft; daher auch ein Poet, obwolziemlich zweydeutig, alſo mit ſeinem Namen geſpielet hat: Cor-pore taurellus, taurus at ingenio. Wegen ſeiner, obwol ſehrvernuͤnftig und loͤblich gebrauchten Freyheit zu philoſophiren, iſter bey ſeinen Lebzeiten ſowol, als nach ſeinem Tode, verketzertwor-