a8 Thomaſius.
von Pufendorf, welcher ſich in ſeine nette lateiniſche Schreibartdergeſtalt verliebte, daß er ihn erſuchte, zu ſeiner Hiſtorie desKoͤnigreichs Schweden die Vorrede zu machen, ſo auch geſchahe.Durch dieſe vornehme Herren bekam er nun Gelegenheit, an demEngliſchen Hofe und bey andern Prinzen ſehr wohl bekannt zuwerden, zu den Geſellſchafften der groͤßten Lords zu gelangen,auch alles Wichtige in Holland und Engelland in genauen Augen-ſchein zu nehmen. Nach dieſem entſchloß er ſich/ beſonders aufſeines Hn. Bruders, des Preuß. Geheimenraths, Chriſti. Tho-maſius; ernſtliches Verlangen, ſich wieder nach Hauſe zu bege-ben. Er trat auch die Heimreiſe in der Geſellſchafft eines fuͤrtrefli-chen Saͤchſiſchen Cavaliers, Hn. von Pflug, gluͤcklich an. Als ſiein Frankfurt ankamen, noͤt 1 der Herr von Ludolf, zweyMonate bey ihm zu bleiben. ie Thomaſius bisher verſchiedeneiuriſtiſche Abhandlungen fuͤr gute Freunde verfertiget, ohne daßderen einer nur auf die Vermuthung gekommen waͤre, es habeThomaſius etwas anders, als Jura, ſtudieret: alſo hat er auch hierdem Hn. v. Ludolf einen groſſen Beytrag zu ſeiner aͤthiopiſchenHiſtorie gethan. Endlich kam Thomaſius in ſeinem Vatterlandean, und ſein Hr. Bruder zu Halle war der erſte Freund, derſich das Recht anmaßte, ihn bev ſich zu behalten. Hier lud ernun allen ſeinen auf Reiſen geſammleten Reichthum, nemlichviele Centner der herrlichſten und rareſten Bucher, ab, brachteſie in gute Ordnung und machte daraus verſchiedene Auszuͤge,welche ſeinem Hn. Bruder ſo wohl gefielen, daß er ſie theils ſei-nen Monatsgeſpraͤchen, theils auch andern Werken einverleibte.Bald machte er dieſem ſeinen Hn. Bruder und andern anſehnk.Verwandten neue Einrichtungen und Verzeichniſſe der Bibliothe-ken; bald hielte er literariſche, phyſiſche und mediciniſche Colle-ia, und unterwies beſonders einige iunge Grafen in der Buͤcher-enntniß. Nach einem Jahre begab er ſich nach Dresdenum denChurfuͤrſtl. Hof ſamt dem Landes Herrn, Joh. Georg III, zubeſchauen, genoß beſondere Gewogenheit von dem fuͤrtrefl. Mi-niſter, Graf von Hoym, als welchem er ſchon einige Jahre be-kannt war und brachte ſonderlich bey Hn. D. Jacobi und D.,Spener die Zeit zu, von welchem letztern, als ſeinem bene* keun