Thomaſius. 31
Perſonen, erwies ihnen viele Wohlthaten zu ihrer Erquickungund vertrat bey den Krankenbetten gar offte die Stelle eines Geiſt-lichen. Durchgehends lieſe er ſich ſeine Praxin mit innigſtem Ge-bethe, beſtaͤndigem Nachſchlagen der beſten Schrifften, weitlaͤuf-tigem Briefwechſel mit den groͤßten Arzneygelehrten ſo angelegenſeyn, daß man ſich wundern muß, wie er noch Zeit gewonnen,nicht nur eine ſo zahlreiche Bibliothek von allen Wiſſenſchafften,nebſt einem gar anſehnlichen Medaillen⸗Kabinet zu ſammlen,ſondern ſogar in die meiſten Buͤcher eigenhaͤndige Anmerkungen zuſchreiben und ſich ſelbige ſo bekannt zu machen, daß keines unterſeinem ganzen Buͤchervorrathe befindlich war, davon er nicht ſo-gleich Rechenſchafft zu geben und andern eine gruͤndliche Kennt-niß bevzubringen im Stande war. Er war auch keinen Augen-blick muͤſſig/ ſtudierte ſo gar bey Tiſche und iſt mit einem auſſer-ordentlichen Gedaͤchtniſſe begabt geweſen. So ſtark ſeine Ein-ſicht in den mediciniſchen Wiſſenſchafften war, ſo weitlaͤuftig warer auch in andern bewandert. Er verſtunde die ebraiſche und ſpa-niſche Sprache, ſchrieb ſehr nett engliſch, italiaͤniſch, franzoͤſiſch,lateiniſch und griechiſch, verfertigte auch in den z letzten Spra-chen, ſo wol als in der deutſchen, zierliche Gedichte. Auf ver-ſchiedenen muſikaliſchen Inſtrumenten zeigte er ſo groſſe Starke,als er in den Leibesübungen Geſchicklichkeit beſaß. Die Anmuthſeiner Perſon, die Guͤte des Gemuͤths und ein beſonderes edlesWeſen in ſeinem Umgange verlieſen ihn bis an ſein Endenicht. In Geſellſchafften bezeigte er ſich ſo munter und belebt,als ernſthafft er in ſeinen Amtsverrichtungen war. Daher blieber faſt keinen Tag ohne Beſuch, noch ohne Briefwechſel mit Ge-lehrten und hohen Standesperſonen. Sein Haus war ein Sam-melplatz einheimiſcher, und bey nahe ein Abſteige⸗ Quartier allernach Nuͤrnberg kommenden anſehnlichen Perſonen und Gelehrten.Wenige Jahre vor ſeinem Tod hatte er die Gnade, ietztregieren-de Durchl. Bayreuthiſche Herrſchafften bey ſich zu ſehen, die tie-fen Einſichten der Frau Marggraͤfin Koͤn. Hoheit perſoͤnlich zu be-wundern, und ſich ſowol als ſeiner Frl. Tochter den Weg zuneuen Gnadenbezeugungen zu bahnen. Des damaligen Hn. Her-zogs von Weimar nicht zu gedenken, welcher ihn auch mit b Be.
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