Band 
Vierter Theil von T - Z.
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geſchicket worden, wo er 1502 Magiſter und 10 10 der Arzney-kunſt Doctor wurde. Er hies nur insgemein Conradus Noricus,oder Doctor Noricus. 1513 kriegte er eine ordentliche Profeſſionder Medicin zu Leipzig und wurde auch in demſelben Jahre derAkademie Rector, worauf er dann nicht allein die Medicin, ſon-dern auch andere Wiſſenſchalften, vornemlich die mathematiſchen,ruͤhmlichſt befoͤrderte und endlich ſein Leben den 10 Jun. 15 30 be-ſchloß. Auf ſeiner Grabſchrifft hat er das Zeugniß/ daß er in derAſtronomie dem Ptolem̃aͤus, und in der Medicin dem Aeſcula-pius nichts nachgegeden habe. Er war dabey ein ſcharfſinnigerPhiloſophe, treflicher Redner und in der geiſtl. Gelehrſamkeitnicht unerfahren. Weil er ohne Erben abgieng und in einemBuͤrgershauſe zu Leipzig gewohnet hatte, ſo entſtunde zwiſchender Unwerſität und dem Rath daſelbſt wegen ſeiner Verlaſſen-ſchafft, die ſich auf etliche tauſend Gulden belief, ein Streit,welchen der Herzog Georg zu Sachſen alſo entſchieden, daß ie-derzeit von den iaͤhrl. Zinnſen ſolches Vermoͤgens, nachdem esin die Fuͤrſtl. Kammer geliefert worden, nicht nur die Beſoldungder zweyen mediciniſchen Profeſſionen verbeſſert, ſondern auch diedritte Phyſiologiſche angeordnet und unterhalten werden ſolle,welche auch noch bis heute Tockleriana oder Norica he iſt.

Seihe Schuuarr. progr. I. Doppelm.

Tonelli.

Tonelli oder de Tonellis(Franz eudwig) ein beruͤhmterSprachmeiſter, der zu Carlino, einem Marktflecken in der Graf-ſchafft Gradiſca an den italiaͤniſchen Grenzen, von adelichen Elterngebohren iſt. Sein Vatter hies Stephanus Nobilis de Tonellis,und die Mutter Laura de Summa. Er ſtudierte die Theologie derroͤmiſchen Kirchen und wurde zu Laybach in Nieder ⸗Crain Beicht-vatter und Profeſſor, ehe er um 1720 nach Nuͤrnberg kam undſich zur evangeliſchen Kirche bekannte, worinnen ihn Hr. M. Joh.Adam Treſenreuter beveſtigte. Von den Urſachen ſeiner Religi-ons⸗Veraͤnderung hat er einen deutſchen Tractat bey Wolf Mo-ritz Endter, der ſein groſſer Goͤnner- war, drucken laſſen. InNuͤrnberg nun lehrte er eine geraume Zeit die waͤlſche Sprache,

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