Band 
Vierter Theil von T - Z.
Seite
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Treu. 79

Anſpach ab und begab ſich nach Nuͤrnberg, woſelbſt er um eine phirloſophiſche Profeſſion zu Altdorf anſuchte. Weil es ſich bald da-rauf ſchickte/ daß die mathematiſche Profeſſion durch SchwentersTod erlediget wurde, und er ſich auf die mathematiſchen Studienwohl geleget, auch in denſelben bereits oͤffentlich gezeiget hatte;erhielte er den 30 Jan. 1636 die Profeſſion der Mathematik zu.Altdorf. Zu dieſer kam noch 1670 das Lehramt der Phyſik,welches bisher immer bey der mediciniſchen Facultaͤt geweſen iſt;und 1654 wurde er Inſpector der Nuͤrnbergiſchen Beneficiarjo-rum. Alle dieſe ſeine Aemter verwaltete er mit vieler Sorgfaltund groſſem Ruhm, wovon nicht nur ein an ihn ergangener Ruff,das Rectorat in Anſpach wieder anzunehmen, ſondern auch ſeinevielen und gelehrten Schrifften zeugen. Unter ihm kam die Aſtro-nomie zu Altdorf in ihr Aufnehmen, indem er es bey den HerrenCuratoren der Akademie erlangte, ein Obſerpatorium auf einemThurn der Stadtmauer gegen Mitternacht zu bauen, welcherauch bis heute noch zu ſeinem fortwaͤhrenden Angedenken der Treus-Thurn genennet wird, ohngeachtet das Obſervatorium ſelbſt wegge-nommen und 1711 auf das Dach des Collegien⸗Gebaͤudes, weitbrauchbarer und koſtbarer, als es vorher war, gerichtet wordeniſt. Vornemlich aber hat ſich Treu um die Aſtronomie verdientgemacht, daß er ſelbige von den aberglaubiſchen Grillen der Aſtro-logen, ſo viel ihm noͤthig dunkten, reinigte und das Kalenderwe-ſen beſtmoͤglichſt befoͤrderte. Unter andern beflics er ſich auch zurAufnahme und gruͤndlichen Beurtheilung der Muſik verſch iede-nes zu thun und zu ſchreiben, und iſt in der theoretiſchen Muſikder erſte Erfinder der alleraccurateſten Temperatur. Nachdem erzweymal Rector der Univerſitaͤt und der philoſophiſchen Facultaͤteben zum ſiebenden male Decanus war, hat er den 12 Merz1669 nach vielen Verdienſten das Zeitliche geſegnet. In denStand der Ehe begab er ſich zweymal, erſtlich 1523 mit Jgfr.Barbara, Hn. Ge. Weſels, Pfarrers zu Gundelheim, Tochter.Von 10 Kindern, die er mit dieſer Frauen zeugte und die mei-ſtens in der Jugend verſtorben ſind, iſt ein Sohn Joh. Adam,anzumerken, der als Buchbinder bey der Akademie ſiunde und17 16 den Weg des Fleiſches gieng. Zweytens ehlichte er 1635

Y 3. Jafr.