Wagenſeil. 147
—— et. ̈ b. h———er niemalen Decanus, weil er nicht Magiſter geweſen iſt. Dasakademiſche Rectorat verwaltete er auch zweymal. Nach G M.Koͤnigs Tod wurde er noch 1699 akademiſcher Bibliothekarius,hat dieß Amt aber bald wieder ſeinem Eidam, Hn. Prof. Moller,abgetretten. Ruhm⸗ und Ehrenſatt iſt er endlich den 9 Oct.1706 zu ſeinen Vättern geſammlet worden. Wir muͤſſen ſeinerVermaͤhlung gedenken, welche zweymal erfolgte: 1) lies er ſich165% trauen mit Fr. Mar. Barbara, Hn. Friedr. von Praun,Pfaͤnders in Nurnberg, und Fr. Barb. Oelhafin von Schoͤl-lenbach, Tochter, einer Wittwe Hn. Jac. Bu Handels-mannes in Nürnberg. 2) ehlichte er 1201 Fr. Suſ. Parbara,gan Loͤſcherin„ und hinterlaſſene Wittwe Hn. M. Ge. Cph.angens„ Diac. zu St. Sebald in Nurnberg, wodurch er dennder Stiefvatter ſeines Collegen, des beruͤhmten Hn. D. Joh. Mich.Langens, geworden iſt. Durch die Freundſchafft mit dieſem, und ausSchwachheit des Alters, mag es auch geſchehen ſeyn, daß er ſich nichtlange vor ſeinem Tode einigermaſſen mit den Roſenbachiſchen Haͤn-deln eingelaſſen, Roſenbachs Gebeths Andacht beygewohnet und die-ſem ſchwaͤrmeriſchen Burſchen ein guͤnſtiges Zeugnis gegeben hat.Mi der elend aun afeh de d er 4 Kinder, wovon ihm zuͤberlebet:baben: 1) die grundgelehrte Tochter, Fr. Hel. Sibilla Moherin,die wir in dem ꝛten Theile beſchrieben haben, und 2) ein Sohn,Gabriel, der ſogleich zu erzaͤhlen vorkommt. Fuͤr dieſer KinderErziehung war ſeine Sorgfalt faſt unbeſchreiblich. Denn auſſerdem, daß er ſie ſelbſt in allen Sprachen, Kuͤnſten und Wiſſen-ſchafften unterrichtet, hat er ihnen zu Liebe das bekannte treflicheBuch, beram librorum jiuuenilium, verfertiget. Was im uͤbri-gen ſeinen Character betrifft ſo hieng ihm von ſeinen Reiſen vor-gemlich der Spaniſche Geſchmack an den er auch in Handlungenund der Lebensart auf verſchiedene Weiſe blicken lies. Dabey warer aber doch nicht eitel„oder hochmuͤthig, indem er die ihm an-gedottene, auch wol ſeiner eignen Wahl uͤberlaſſene, kaiſerlicheGnaden aus Genuͤgſamkeit mit ſeinen Umſtaͤnden iederzeit verbet -ten und bloß fur ſeinen Schwiegerſohn, den beruͤhmten Prof.Moller, das Diplom eines kaiſerl. Hof und Pfalzgrafens beydes Kaiſer Leopolds Maieſtaͤt ausgewirket hat. Seine⸗Vorle-13 ſungen: