Band 
Vierter Theil von T - Z.
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238
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238 Widmann.

Hofr. Heiſters, bey dem er auch im Hauſe und am Tiſche war,faſt 2 Jahre lang, hoͤrte bey ihm einen ganzen curſum medicum,und wurde auch unter ſeiner Aufſicht zur Praxis angefuhret. An-bey hatte er auch bey Dr. Crellen ein anatomiſches Collegium,und Gericke lehrte ihn die Chymie. Die akademiſchen Feyertaͤgewandte er zu nützlichen Excurſionen nach Wolfenbuͤttel, Salz-thal, Braunſchweig, Hannover, Zelle, Magdeburgs, Hal-berſtadt, Goßlar und dem Harzgebuͤrge an. Nach einer den 22Dec. 1744 unter Heiſters Vorſitz gehaltenen Inaug. Diſp. degenuum ſtructura eorumque morbis hat er die wohlverdienteDoctorwuͤrde erhalten und ſich mit dem Anfange des folgenden

ahres uͤber Gotha nach Nuͤrnberg zuruck begeben. Nach einem

urzen Auffenthalt trat er abermal eine Reiſe an und nahm denWeg uͤber Bareuth, Carlsbad, Dresden, Wittenberg, Ber-lin, Luͤneburg, Luͤbeck, Hamburg, wo er bey verſchiedenen Ge-lehrten, beſonders dem unſterblichen Brockes, freyen Zutritt er-hielte, und weiter uͤber Bremen nach Holland, beſahe alldaUtrecht, Amſterdam, Harlem, Delft, Haag und Rotterdam,und hielte ſich den folgenden Winter in Leyden auf, um die ge-lehrten Vorleſungen der beyden Albinus, Gaubius und Muſchen-broͤcks zu beſuchen. Zu Anfange des Sommers 1746 gieng erwieder uber Nimmwegen, Cleve, Weſel, Dulſſeldorſ, Coͤlln,Coblenz und Maynz nach Frankfurt zurücke, ſodann aber weiternach Strasburg. Hier fande er erwuͤnſchte Gelegenheit ſich aufdem anatomiſchen Theater in der Zergliederungskunſt und in denHoſpitälern in der Ebirurgie und Praxi zu uͤben, wie auch vondem geſchickten Hn. Dr. Fried in der Hebammenkunſt vieles zulernen. Nachdem er nun 8 Monate allda mit groſſem Nutzen zu-gebracht, und inzwiſchen auch eine Reiſe nach Baſel gethan, wo-lelbn q nebſt vielen andern Gelehrten auch den etlich HoiahrigenJoh. Bernoulli ſprach, ſo nahm er den Ruͤckweg durch Schwa-ben nach Munchen, ſahe hier die praͤchtigen und gedoppeltenTrauungs⸗Ceremonien und traf endlich im Jun. 1747 uͤber Re-gensburg gluͤcklich in Nuͤrnberg ein. Im folgenden Jahre wurdeer in das Collegium Medicum aufgenommen; und da er mithindie Stelle eines ordentlichen Phyſici bey der Republik erte 1