Winkler. 299
Winkler(Tobias) ein rechtſchaffener und berühmterTheologe, hat das Licht der Welt erblicket zu Nuͤrnberg den 31Jul. 1548. Sein Vatter war Herr Benediet Winkler der aͤltere,auf Doͤlitz, Stinz und Staarſiedel, aus Leipzig gebuͤrtig; dieMutter aber Fr. Mar, Magdalena, eine geb. Pellerin vonSchoppershof. In? Jahren gieng er die Klaſſen des Gymnaſiidurch und nahm in demſelben Abſchieb mit einer Rede de iuuenumimprudentia ſeniorum prudentia corrigenda. Unter der Aufſichtdes beruͤhmten Dilherens, der ſeine Studien dirigirte, behielteer einen Hauslehrer, Hn. Joh. Jac. Eberlein, bey und wurde durchArnolden, Wuͤlfern und Beren noch naͤher zu den akademiſchenWiſſenſchafften vorbereitet. Nach einer 1565 in dem Egid. Au-ditorio gehaltenen Abſchiedsrede de Patriarcha Conſtantinopolita-no gieng er auch wirklich auf die Univerſität Leipzig, hoͤrte daſelbſtdie Philoſophie, morgenlaͤndiſche Sprachen und Kirchengeſchichtebey Jac. Thomaſius., Val. Alberti, Scherzer und Kromaver,wurde noch in beſagtem 166fſten Jahre der Philoſophie Bacula-rius, und nachdem er de pictura Michaelis Arehangeli ptroriret,und unter Jac. Thomaſius de uirtutibus cardinalibus diſputirethatte, erhielte er bereits 1656 die Magiſterwuͤrde. Im folgendenJahre zeigte er ſich als Praͤſes auf dem obern Katheder und giengdierauf nach Altdorf, wo er in der Philoſophie, den Sprachenund der Theologie Felwingers, J. C. Duͤrrens, G. M. Königsund L. F. Reinharts, in den Geſchichten und dem offentlichenRechte aber Wagenſeils Zuhoͤrer war. Hier in Altdorf hatte erdas Ungluͤck, daß ihm durch einen unvorſichtigen Streich einesſeiner ſonſt guten Freunde das rechte Aug vollig ausgeſchlagen.und verderbet wurde, daß es nicht mehr wieder herzuſtellen gewe-ſen iſt. Weil ſein Herr Vatter inzwiſchen den Wohnplatz geaͤn-dert und ſich nach Augsburg begeben hatte, gieng er 1669 von Alt-dorf dahin und begab ſich zu Hn. Diac. M. Gottlieb S pitzeln in dieKoſt und Wohnung, genoß auch noch 2 Jahre lang deſſen vor-trefliche Bibliothek und Handleitung in der Theologie mit beſon-derm Nutzen. 1671 reiſte er nach Strasburg, lernte daſelbſtnoch von Dr. Seb. Schmid f Bebeln, von welchem letztern
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