Zobel. 357
Jobel(Nikolaus Ernſt) ein lebender gelehrter Geiſtlicher-des vorigen Sohn, iſt auch den 1 Apr. im Jahre 1709 zu Altdorfgebohren worden. Den Grund ſeiner Wiſſenſchafften legte er.theils bey Privatlehrern, theils in der Stadtſchule zu Altdorf.Er kam biernaͤchſt in das Seminarium nach Erlangen, wo erden Hn. Prof. Vetier zu ruͤhmen hatte. 1725 bezog er die Uni-verſikaͤt ſeiner Geburtsſtadt, hoͤrte daſelbſt in den Humaniorenund der Philoſophie Schwarzen und Feuerlein, in der ebr.Sprache und der Gottesgelabrtheit aber Zeltner, Baiern undBernholden. Mit Veyſtand des Hun. M. Joh. Dav. Ellrods,ietzigen Paſtors und Superintendentens zu Wohnſiedel, deſſenLehrſtunden er auch beſuchte, vertheidigte er 1726 eine Diſp. depuluinaribus ſacris ueterum Romanorum. Nach 2 Jahren be-gab er ſich nach Wittenberg, beſuchte daſelbſt die theologiſchenHoͤrſaͤle Werns dorfs und Haferungs, und nachdem er auch Leip-zig und Halle geſehen, gieng er nach Jena, ſetzte ſich zu Buddeund Walchens Fuͤſſen; Brungquell aber, der ihn in ſeine Behau-ſung und zuletzt auch an den Tiſch nahm, vertraute ihm ſeineliebe Jugend zur Aufſicht und Unterweiſung. Bey ſeiner Wie-derkunfft nach Altdorf vertheidigte er allda unter Dr. Zeltnern1730 eine Diſp. de orthodoxia uel tandem in Script. S. Teperta,und erhielte in eben dieſem Jahre die Magiſterwuͤrde, nachdemer unter Schwarzen ſeine Inaugural-⸗Diſp. de lapſu primorum-humani generis parentum a paganis adumbrato, vertheidiget hatte.Als er hierauf auch den obern Katheder mit einer Abhandlungde D. Paulo Phi oſopho beſfiegen, ſo berief ihn Hr. Baron vonTeufel/ Churpfaͤlziſcher Kammerherr, auf ſein Gut Carlſiein,ohnweit Regensburg, zum Hofmeiſter uͤber 2 Sohne. Als dleſedie Unwerſität bezogen, wurden ihm à iunge Freyherren von Buͤ-nau anvertrauet. Weil er nun zu Neuenburg, ohnweit Erlan-gen, ſich aufhalten mußte, ſo uͤbertrug ihm zugleich Hr. Baron.von Stettner die Veſperpredigten in ſeiner dortigen Schloßkapelle.Unter dieſen Vorbereitungen zum Predigtamte wurde er 1733 zurPfarre in Raſch und dem damit verknuͤpften Vicariat in Altdorfberuffen. Weil er in Altdorf wohnte, gab er bisweilen jungenLeuten Lehrſtunden, beſonders in der Katechetik, und diu
auch-