Jobel. Jolcher. 377
Theologiſche Fragſtuͤcke heil. Glaubens warheiten von Joh. Sau-bert, aus dem Lat. in das Deutſche uͤberſetzet. 1754. 8.
Jobel(Andreas Leonhard) wurde gebohren zu Nurnbergden 12 Jun. 1715. Der Vatter, Sebald, war ein Borten-macher, und die Mutter hies Anna Martha. Er frequentirtedie korenzer Schule, und dann die Sebalder, ſtudierte in Alt-dorf und Jena von 1734 bis 1736 die Theologie, wurde ſodannHoſmeiſter bey einem iungen Freyherrn von Weiler, auf demSchloſſe zu Lichtenberg bey Groſſen⸗Botwar in dem Wuͤrtem-bergiſchen, kam alsdann 1740 in dem kaͤlteſten Winter nachNuͤrnberg/ nachdem er vorher Heilbronn, Stuttgard, Tuͤbin-
en, Mannheim, Heidelberg u. a. m. beſehen. Nach einigerZeit fuͤhrte er 2 Patricien nach Halle in Sachſen; ein gewiſſerUmſtand aber machte, daß er nach einem kurzen Aufenthalt all-dort ſich in die Nuͤrnbergiſche Nachbarſchafft begab und endlichnach Frankfurt verreiſete, um, weil ſich der kaiſerliche Hof Carldes VII daſelbſt befand, ſeinGluͤck dort zu finden. Da ihm aberſolches fehl ſchluge, verfuͤgte er ſich uͤber Mannheim nach Carls-ruhe, allwo er ſich bey einem Advocaten auf die Rechte legte.Nach ohngefaͤhr drevvierteliaͤhrigem Aufenthalt zog er wieder in ſeinVatterland, da er ſogleich eine Condition bey dem Hn. von Oel-hafen, damals zu Velden, ietzt aber zu Graͤfenberg, Pflegernerhielte, bis er endlich 1749 als Procurator am L. Stadt undEhegerichte zu Nuͤrnberg beſtellet wurde. Dieſe Bedienung be-kleidete er zwar mit Beyfall, lieſe ſichs aber 1713 einfallen, miteinem Weibsbilde auszutretten und anvertraute Gelder mitzuneh-men. Wo er hingekommen und was er etwann fuͤr weitereSchickſale gehabt, iſt nicht bekannt worden. Er war nicht unge-ſchickt und ſchrieb unter dem Namen Auli Lucinii Zopyri:Diſſ. epiſtol. de imperio maritali, iure tam diuino, quam huma-no approbato, qua ſimul D. Cph. Guil. Sturmero, I. V. D. etProf. Nor. felicifſimos hymenaeos precabatur. Nor. 1752. 4
Jolcher(Sebaſtian) ein gelehrter Nuͤrnberger, im 16tenJahrhunderte, der bekannter zu ſeyn verdiente, als er wir klichiſt. Ob man nemlich wol dem Franz Rapheleng die Ehre laſſen
Vierter Theil. Aa g muß-