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Allgemeine practische Philosophie / von Johann Friedrich Herbart
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285
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schwerer zu beherrschen. Ausdrucksvoll zuhandeln, gelingt der Tugend in den engemVerhältnissen des Lebens oft mehr als in denweiten Sphären und auf den öffentlichen Plätzen.Je gleichmäfsiger ein Geschafft die ganzeTugend in Anspruch nimmt, desto schönerist es. Je länger anhaltend es dies timt,desto mehr veredelt es den Handelndenselbst, dessen Character unfehlbar durch denWiderschein seiner eignen Äufserung fortund fort bestimmt wird. Glücklich, wennauf solchem Wege ein allmähliges Vorwärts-schreiten der Characterbildung kann einge-leitet werden. Aber dazu wird zu allerersterfordert, dafs die Wirksamkeit des Kunst-sinns einen Anfang gewinnen könne. Ge-winnt sie ihn nicht : so liegt die Schuldnicht allemal an der Abwesenheit des Kunst-sinns, sondern vielleicht an der Schwierig-keit, dafs dieser Kunstsinn nicht nachaufsen bilden kann, ohne sogleich auch nachinnen zu bilden. Er verfügt über die Um-stände: aber in diesen Umständen haben dieNeigungen Wurzel gefafst. Das Geweb«