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Allgemeine practische Philosophie / von Johann Friedrich Herbart
Entstehung
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359
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der sich selbst eben so sehn, wie Andreihn sehn, könnte er Alles . an sich so zumObject machen, wie den Willen, alles ab-messen nach so bestimmten Mustern wiedie Ideen. Alsdann würde das Selbsturtheilsich nur verstärkt finden und zu neuemNachdruck gelangen durch die Urtheile derAndern. Manches Individuelle aber, wasdas Individuum selbst nicht sieht, mancheVergleichungen , die nur der entfernte Zu-schauer beyrn Anblick einer ganzen Reihevon Menschen macht, können das Zusam-mentreffen der Urtheile stören. Wandelbarund vergänglich ist überdies das lebhafteVergnügen , was den Anfang einer Bekannt-schaft, die der Beyfall stiftet, zu begleitenpflegt; wie überhaupt Geschmacksurtheile,obwohl sich selbst immer gleich, dennochauf das Ganze des Gemüths eben so wenigals irgend ein andrer Reiz, so zu wirkenvermögen, dafs sich das Gefühl stets gleichbliebe. Rann die Beurtheilung eben sogut über ein Bild, als über das Wirkli-che ergehn: so liegt dagegen der Liebe