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Man kann sich nicht treuer an die Annalenform bin-den als es Livins thut; vielleicht daß sie ihm, vielleichtweil sie dem Publicum die einzige zulässige schien: er for-dert Anerkennung daß er alle Episoden vermeide'). Aberaus dieser Form entsteht ihm selbst und dem Leser großerNachtheil. Indem er jede Jahrgeschichte für sich und insich schließt, entgeht das Vergangne seiner Aufmerksam-keit: seine Erzählung wird nicht nur zersiückt, sie wirdlückenhaft und füllt sich mit Widersprüchen. Der Leseraber wird sich, wenn er nicht mit Studium liest, ermüdetdurch eine anscheinende Einförmigkeit der Kriege und in-nern Unruhen, die ganze erste Decade hindurch auch nichteinmal das verworrene Bild vor Augen stellen könnenwelches die Geschichte enthält.
Eine kritische Geschichte, wie diese, ist am entfernte-sten von der sorglosen Lcbensfülle der ursprünglichen grie-chischen Vollkommenheit. Sie muß bey jedem Schrittanhalten, sich orientiren, sie bahnt anderen den Wegwo möglich ihn künftig ohne gemessene Behutsamkeit zuwandeln. Aber sie befreyt sich von dem Zwang der Anna-lengestalt, und sie faßt, für die bürgerliche Geschichte unddie Kriege, nach inneren Einheiten zusammen was grö-ßere Zeiträume erfüllt, und sie fordert sich das Recht zujeder Episode, welche zu tieferer und schärferer Kenntniß,und zu hellerer Anschauung nothwendig ist.
Eine solche Einheit bildet der ganze Zeitraum welcherzwischen Caffius drittem Consulat, und der DccemvirnErnennung liegt. Alle innere Bewegungen entstehen aus') Livius IX. c. 17.
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