Band 
Zweyter Theil.
Seite
465
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gesiegt: aber wie das Volk ihm fteywillig die verwei-gerten Kriegskrafte gewahrt hatte, so ehrte es auch sei-nen Mitbürger mit dem Triumph. Nach einigen Feld-zügen suchten die Etrusker Frieden Rom konntedie Waffen niederlegen, denn der Frevel an den Gefan-genen war durch die Hinrichtung von dreyhundert achtund fünfzig Tarquiniensern gerächt worden.

Vier Jahrhunderte sind in den römischen Annalenverflossen, ohne daß eine einzige Fehde mit Care vor-fiel: obwohl diese Stadt an der Küste unmittelbar andas römische Gebiet gegränzt haben muß. Dieses Ver-hältniß, so ganz entgegengesetzt dem worin Nvm zu al-len übrigen Nachbarstaaten lebte, und ohne ganz eigen-thümliche Veranlassungen widernatürlich für die rastloseKriegernation, ist schon früher, unterstützt von anderneigenthümlichen Umstanden, als'Begründung einer Hypo-these, daß beyde Städte ursprünglich durch das innigsteBand verknüpft waren, erwogen worden '°).

Die Cariter hakten die alte Freundschaft bewahrtals zur Zeit des gallischen Unglücks Roms Priester undHeiligthümer bey ihnen Aufnahme und Schutz fanden.Wenige Jahre nachher (369) traf sie ein unvermuthetesUnglück, welches den Reichthum und die Schwache ih-rer Stadt andeutet. Dionysius von Syrakusa überfielund eroberte die Hafenstadt Pyrgi, schlug die heran-eilenden Cariter in die Flucht, plünderte den Tempel derMatuta, und kehrte mit einer Beute von fünfhundert

*') Livius Vlt- 0. 22.

") Lh. t. Ausas zu S. 182.

Zweiter Theil. G g