Band 
Erster Band. A - G.
Seite
564
JPEG-Download
 

F ab

564

Dellyn, von bester, gemacht; undin dem Holländischen ist so gar eineganze französische Stelle: 8ire pourDieu ne croes mye thoutes chosesq on vous die et ne jures pas le-gierement, buchstäblich zu finden.Noch mehr Aehnlichkeit zeigt sichzwischen unserm und dem holländi-scheu Reinecke, und dem angeführ-ten Roman du Renard et d’Ifangrinvom I. izzq. Hier ist der ganzeGang der Geschichte beynahe derselbe.Hier, wie dort, eröfnet sie sichmit der Klage des Wolfes, daßder Fuchs ihn entehrt habe; undwenn gleich nicht, wie im Französi-schen , der Löwe dem Wolf darüber,daß er seine eigene Schande offen-bart, die Moral ließt; so thut esdenn doch der Dichter; hier, wiedort, unternimmt der Fuchs eineWallfarth nach Rom, um seineSünden abzubüßen, nur mit demUnterschiede, daß, bey dem Franzo-sen, der Esel und der Widder, undbey dem Deutschen und Holländer,der Hase und der Widder ihn beglei-ten; hier, wie dort, kommen ver-schieden« der dem Fuchs, in meh-rern andern Fabeln, zugeschriebenenSchalksstreiche vor; hier, wie dort,heißt seine Burg wieder Maupertuisund Malepertus. Freylich weichensie, in mehrern Stücken, von einan-der ab. In dem französischen Dich-ter fordert nicht allein der Fuchs denWolf, sondern fordert ihn auch nurju einem Wettstreit in einer ParchieSchach auf, und die Sache endigtsich unglücklich für ihn, da im Hol-ländischen und Deutschen sie wirk-lich mit einander kämpfen » und derFuchs siegt. Doch es ist bekannt,mit welcher Freyheit, in jenen Zei-ten, die Schriftsteller, gegenseitig,die Producte anderer Völker bear-beiteten; und es ist ja noch gar nichtausgemacht, auf welche Art, in denübrigen vorhandenen, französischenHandschriften, die Geschichte behan-

Fa b

delk worden ist. Genug es ist garkein Grund vorhanden, wodurchdieses Buch zu einem deutschen Pro-duct gemacht werden könnte; und,es scheint um desto minder seyn znkönnen, da, so viel wir wissen, amdere Völker, es in frühern Druk-ken, wie wir, besitzen. Eine engli.feste Ausgabe dieses Werkes, bereitsvom I. 1481. f- ist in Marchands !Diction. (Art. Gielée , A «m. E. an-geführt; und eine andre ist 148; oder1487. 4. erschienen. Auch hat eSnicht an spätern Auflagen gefehlt,als The most delectable History o£Reynard the Fox . . Lond. i6}<).1667.1681.4. The most pleasant anddelightfull History of Reynard theFox .. Lond. 1708. i3. Inwieweitaber diese verschiedenen Ausgaben mitden französischen und mit holländi-schen Drucken, oder unter sich selbstübereinstimmen, weiß ich nicht. DieNahmen der Thiere darin haben Aehn»lichkeit mit jenen. Der Hahn heißtCanticlar, der Hund Curlis, wieim Holländischen Courtois (eine Be-nennung, welche auch, sichtlich,französisch ist) der Kater, wie auchim Holländischen, Tybaert, derHase, eben wie hier, Kywaert, (wel-ches auch aus dem FranzösischenCouard gebildet zu seyn scheint) u.

■f, w. Das Buch kann also wohlnicht, wie C. F. Flögel (aa. O.

S. 84-) zu glauben scheint, aus demDeutschen, sondern nur aus demHolländischen gezogen worden seyn.Indessen mag es, in mehrern Stük-ken, besonders in den letztern Aus-gaben, so wohl von diesem, alsvon der ersten Ausgabe abweichen.Wenigstens gedenkt C. F. Flögel (a.a. O. S. 40) einer Stelle aus Th-Hearnc Not. ad Guil. NeubrigensisHistor. Anglic. worin dieser sich überdie Veränderungen in den neuernAusgaben beschwert; und, wenn,wie ich in Drake's Secret Memoiriof Robert DgdleyEarl ofLeicestèr,

Lond.