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5 (1835) Der Kanton Schwyz, historisch, geographisch, statistisch geschildert ... : ein Hand- und Hausbuch für Kantonsbürger und Reisende / von Gerold Meyer von Knonau
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272
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27.'

Gersau .

Frohndienste werden auf den Werth von ungefähr 30,000 fl. be-rechnet. In dieser hellen Kirche befinde» sich eins große und einekleinere Orgel, eine geschmackvolle Kanzel und Hochaltar. Dasschönste Gemälde ist der sterbende Christus am Kreuze, bon Ma-ria, Johannes und Magdalena umgeben, bon dem »ukerwalden-scheu Maler Wnrsch. Die übrigen Gemälde sind bon JosephMesnier. Ihr Colorit ist sehr gnc, nur wäre mehr Richtigkeitder Zeichnung zu wünschen. Im Kirchchnrme befinden steh vieegrößere und zwei kleine Glocken. Auf dem Kirchhofs sind einigeschöne Denkmäler. Gersan hat ein kleines, aber schönes Ratb-Hans; unter den Pribatgebanden zeichnet sich das kammenzind-sehe anS. Wirthshaus: Sonne.

Höchst belohnend ist ein Spaziergang längs des Riesebachesbis an die Rokhestnh, wo rechts der Röhrlisbach einen maleri-schen Waffe,fall bildet. Die Entfernung ist nnr eine Viertel-stunde. Das Tobet ist boll der größten Granitblöcke, wovonzwei alle großen Quadern für die neue Kirche gegeben habe». Auchist dort in der Gegend des RöhrlisbacheS, am Fuße der Rothen-finh und in der ganzen Gegend des Tobels das Wechseln derNagelfiiie mit rothem Schiefer, schwarz und grünem Schiefesmerkwürdig, sowie die ganze Aufeinanderfolge der Schichtenbis zum Kalksteine. Wenn man dem Tiefenbach nach tiefer indas Tobet hineingeht, so würd man die Nagclfiuelagcr in einenstark eisenschüssigen Kalkstein übergehen und diesen auf sehr steilSüdwest eingesenkten Kalkstein - nnd Kalksteinschieferlagcrn auf-liegen sehen, die beinahe senkrecht stehen und tief ins Tobclfortsetzen. Ungefähr eine Stunde von Gersau , an dem Berg-wegs nach Lowerz sind mehrere Bauernhöfe, die an dem steil-sten Abhänge gleichsam kleben. Wegen ihrer hohen Lage nenntman sie Giebel. Am 12. December 1808, Abends um 7 Uhcriß sich von der obersten Höhe her eine ungeheure Masse Schneelos, stürzte herunter und führte ein Haus mit vier Gaben(Alvhütren) durch einen Krachen (Bergciusenknng) in den infurchtbarer Tiefe dem Flecken Gersau zntosenden Waldbachhinab. Von den sieben Bewohnern, die schon zu Bette gegan-gen waren, konnte mir ein zwölfjähriges Mädchen, das amOfen sich wärmte, sich retten, indem es ihm nach der Zertrüm-merung des Hauses gelang, sich anS der Lanine herauszuarbeitennnd ein benachbartes Hans zu erreichen, wo es freundlich auf-genommen wurde. An einen Zimmecmann berheirathet lebt dieFrau seht im entfernten Merico. Nebst der Pfarrkirche ge-hören noch zwei Kapellen zu Gersan. Die im Käppeli- (Ka>xellchen) berg (nahe an der Alp), zu Jesus, Maria und Jesusgenannt, nnd die zum Kindlismord. Jene ist nicht geweiht, hataber auf dem Altar einen tragbaren Weihstcin, auf dem dasheilige Meßopfer verrichtet werden darf. Es wird im Som-mer einige Male dort für die Aelplec Gottesdienst gehalten-Kindlismord ist am Vierwaldstättersee, bon einigen Häuser"umgeben. In dieser romantisch gelegenen Kapelle meldet einkleines Gemälde den Ursprung ihres Namens. Die Inschriftist folgende:

Jn^dicser einsammen Gegend hat nach uralter Sage einSpilman seine kleine unschuldige Tochter aus teuflisch^Bosheit gemordet