Geologische Forschungen in den Alpen. 205
zum Vorschein kommen und stellenweise (so am Schafloch) ganzeBänke erfüllen. Sie zeigen, dass dieser majestätische Gebirgsstockin seinen obern Theilen der obersten Abtheilung der Trias (derrhätischen Formation) angehört, während die Hauptmasse ausTriasdolomit besteht. Nach ihrem geologischen Bau schliesst sichdie Scesaplana, nebst den Umgebungen des Lünersees und desSchweizerthores, nahe an die Montafunerberge an, die wir nach-her zu besprechen haben.
Es hat Escher seine zahlreichen Beobachtungen über Bündenseinem Freunde, Prof. Theobald mitgetheilt, welcher mit grossemEifer und Erfolg die Geologie Bündens bearbeitet und ein vor-treffliches Werk darüber veröffentlicht hat. * *)
3. Kurfürsten uinl Sentis^eMet.
Die Gebirgskette der Kurfürsten bildet vom Leistkamm biszum Gonzen einen prachtvollen Bogen, welcher aus dem Walen-seethal in steilen Felswänden aufsteigt und in manigfach gestalteteZacken getheilt ist, gegen das Rheinthal und das Toggenburgaber in viel sanfteren Abhängen abfällt, welche herrliche Alp-weiden tragen. Wir haben schon früher gesehen, dass Escher •diesen Gebirgsbogen mit der Hebung der Finsteraarhornmasse inVerbindung gebracht und als den äussern, ihr Ostende umgeben-den Wall betrachtet hat. In ihrer geologischen Struktur weichtdiese Kette bedeutend von den gegenüberliegenden Gebirgen derlinken Seite des Walensee - und Maag-Thales ab. Es hat Escher
und die grosse Terebratula pyriformis Suess, und nicht weit unter dem Gipfel diefür das Rhsetic so eharacteristische Avicula contorta.
*) Theohaid geolog. Beschreibung der nordöstlichen Gebirge von Granbünden.Neuenburg. 1863.