Reise nach Algier und in die Sahara . 293
eingenommen. Zur Rechten erscheint in der Ferne ein grosser,von ganz flachen Ufern umgebener See (der Fezzara-See), derungemein reich an Wasservögeln ist. „Wir sahen, erzählt Escher,auch von Staaren ganze Wolken, die aus vielen Tausen-den dieser kleinen Vögel bestanden, und im AufHiegen undFluge alle möglichen Formen annahmen. In der Nähe von Pen-thievre, einem mit Mauern umgebenen Dorfe, überschreitet dieStrasse einige sanft welligen Sandsteinhügel. Wir trafen hier eineKaravane von 40 Kameelen, deren Treiber zu Fuss neben ihnenhergierigen. Zehn Kilometer von Penthievre entfernt ist das von27 Badenser Familien bewohnte Neschmaja. Sie bauen vorausGetreide, haben aber auch ziemlich grosse Weingärten und scheinen sich hier wohl zu befinden. Sie waren zu Ehren Aller Heiligeneben in einer Prozession begriffen, als wir daselbst anlangten. Diesanften Hügel der Umgebung bestehen aus Sandstein und Mergeln,die dem Flysch Siciliens sehr ähnlich sehen.'Weiter südlich wirddie Landschaft mehr hügelig und trägt überall dieselbe'Vegetation.Wir sehen bei den zerstreuten Meiereien weidende Ochsen undSchafe, aber das Gras ist sehr spärlich zwischen den Stoppelnund zahllosen vertrockneten Disteln; doch zeigten sich hier undda grüne Zwiebelpflanzen, der Asphodel, die Meerzwiebel undeine blaue Hyaeinthe, und streuten so einzelne Blühten in dassonst ärmliche Pflanzenkleid. Wir folgten der Strasse zum Colde Tedzous, über welchen schon eine römische Strasse führte. DerKalkstein zeigt hier viele Wellenbiegungen, Gewölbe und Mulden.“Sie gelangten über diesen niedern Gebirgszug nach Heliopolis undGuelma im Seybouse-Thal und besuchten von da aus die heissenQuellen von Hamman Mescoutin. Sie haben eine Temperatur von85° und haben sehr merkwürdige Kalkablagerungen gebildet,welche in grosser Zahl als 2 bis 10 Fuss hohe Kegel sich überdie Umgebung erheben. Der Boden klingt fast überall dumpf undist von Höhlen durchzogen, welche unterirdische Canäle bilden,