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Fünfter Abschnitt.
gewesen, und dass die Verwandlung des Seebodens in die Sand-wüste den Föhn erzeugt und dieser das Klima unserer Alpen derArt verändert habe, dass die Gletscher in ihre jetzigen Grenzenzurückgiengen. Diese Hypothese fordert zwei Bedingungen, näm-lich fürs erste das Saharameer und fürs zweite den Nachweis,dass der Föhn aus der Sahara stamme. Die erste wurde insoweiterfüllt, als in der That der Nachweis des Vorkommens und dergrossen Verbreitung der Meerthiere in der Sahara kaum daranzweifeln lässt, dass einst das Meer einen Theil derselben bedeckthat, und da die Meerthiere mit jetzt lebenden Arten übereinstim-men, darf wohl die quartäre Periode (in welche die Gletscherzeitfällt) dafür angenommen werden, denn diese enthält die jetzigeSchöpfung. Das Saharameer könnte freilich noch jünger sein, dochist so viel sicher, dass seit wenigstens 2000 Jahren die jetzigenVerhältnisse bestehen. Viel schwieriger ist die Entscheidung überden Ursprung des Föhnes, worüber ein lebhafter Streit entstan-den, der noch zu keinem sichern Abschluss gekommen ist. Prof.Dove, eine der ersten Autoritäten auf diesem Gebiete, lässt denFöhn vom atlantischen Ocean kommen und behauptet, dass keinWüstenwind an den Alpen anschlagen könne, indem derselbe inFolge der Erddrehung nach Osten abgelenkt werde und erst inden asiatischen Steppen die Erdoberfläche erreichen könne. MitRecht hat aber Prof. Mousson darauf aufmerksam gemacht, dassder warme, von der Sahara aufsteigende Luftstrom nach allenSeiten, und so auch nach Westen, sich ausbreiten und dann, nachOsten umbiegend, in unsere Alpen gelangen könne. Immerhin istdie Sache wissenschaftlich noch nicht festgestellt, und wir habenüberdiess nicht zu übersehen, dass das Saharameer die Gletscher-erscheinung nicht in ihrem vollen Umfang erklären kann, da sienicht auf unsere Alpen beschränkt ist, sondern auch im Kaukasus ,am Libanon, in Skandinavien, in Schottland u. s. w. auftritt, alsoGegenden, auf welche dasselbe keinen Einfluss ausüben konnte