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Arnold Escher von der Linth : Lebensbild eines Naturforschers / von Oswald Heer
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Fünfter Abschnitt.

hat, ausgezeichnet durch ihren schlanken, säulenförmigen Stamm,wie die prachtvolle Krone fiedriger Blätter, zwischen welchen diegoldenen Früchte hervorbrechen. Sie erweckt um so mehr unserInteresse, da sie den Kindern der Wüste das tägliche Brot liefert,und dadurch dem menschlichen Leben dort ein eigentümlichesGepräge giebt. Die ansässigen Bewohner der Oasen von OuedRir und Suf &nd die Berberen, ein friedlicher Volksstamm, derunter der jetzigen französischen Regierung sich wohl fühlt. ZuAnfang Winter erscheinen aber die nomadisirenden Araber, diefrühem Herren des Landes. Sie leben im Sommer auf den Ge-birgen des Atlas und der Aures und ziehen im Winter mit ihrenHeerden in die Wüste und verlangen von jedem Dattelbaum derOasenbewohner einen Tribut. Diese Nomaden leben noch, nachArt der Patriarchen, bei ihren Heerden unter Zelten und sindstets auf der Wanderung begriffen. Sie sind das grösste Hinder-niss für den Fortschritt der Kultur in Algerien .

Unsere Naturforscher verliessen Biskra am 14. December.Am Abend vorher machten wir, erzählt Escher, bei prächtigerBeleuchtung, einen Spaziergang durch die Oase. Aus dem lachendgrünen Boden stiegen die Palmbäume auf, deren Kronen sichwunderschön vom buntgefärbten Abendhimmel abhoben; der Windspielt mit den Blättern, deren Fiedern wie von Goldschimmerumgeben sind. Unbeschreiblich schön ist das Roth, das sich nachSonnenuntergang am Horizont allmälig höher hebt und nochlange die Berge mit einem rosenrothen Schimmer überzieht. Eswar diess noch ein schönes Bild vor dem Abschied aus der Wüste.Sie verliessen fblgenden Tags die Stadt schon Morgens 372 Uhrmit der Post und es fieng erst an zu dämmern, als sie beim Col deSfa den letzten Blick auf die Sahara zurückwarfen. Sie nahmen denRückweg über Batna nach Constantine und fuhren von da nachPhilippeville . Auf diesem ganzen Weg freuten sie sich über dasfrische Grün, das an sehr vielen Stellen die frühere Dürre ver-