das fränkische Reich. Carl ließ sich auch hier die Befestigungund Verbreitung der christlichen Religion angelegen seyn, do-tirte Bisthümer, und baute zu Wien eine Kirche zu Ehren desheilige» Petrus .
Carl der Große hatte sein Reich in gewisse Distrikte einge-theilt, über die ein Graf sdomes) gesetzt war, der das Justiz-wesen, Kriegswesen und die Verwaltung überhaupt besorgte; anden Grenzen des Reichs harte er die Distrikte größer gemacht,um die dortigen Grafen mehr in den Stand zu sehen, einenAngriff der stets feindlich gesinnten Nachbarn abzutreiben; einsolcher Distrikt hieß eine Markgrafschaft oder Grenzgraf-schast, und die darüber gesetzten Obrigkeiten Markgrafen.Österreich ward ebenfalls zu einer Markgrasschaft gemacht, undmn das Jahr 984 Leopold Graf von Bäben berg zumMarkgrafen darüber ernannt, und diese Würde blieb erblich beyseinem Hause.
Für die Stadt Wien ist in dieser Periode nichts besondersMerkwürdiges vorgefallen, bis auf den Markgrafen Heinrich II.,genannt Iasomirgvtt, welcher im Jahre 1141 die Regierungdes Landes antrat. Dieser legte im Jahre n 44 den ersten Grund-stein zur St. Stephauskirche, welche er aber, weil in der Stadtkein tauglicher Platz vorhanden war, außer derselben, jedoch ganznahe an der Stadtmauer erbaute. Die österreichischen Markgra-fen hatten bisher anfangs zu Medling, und nachher auf demKahlenbcrge swo in der Folge das Camaldulenser-Kloster ist er-richtet worden) gewohnt; Markgraf Heinrich II. aber baute sichum das Jahr 1160 eine Burg oder Residenz in der Stadt Wien ,auf dem nähmlichen Platze, wo jetzt die Kriegskanzelley steht,