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"haben die Substituten diene», sorgen und anfwarten lassen, also wenn»man hat wollen Rath halten, man die Schreiber im Bett, bym»Kalatz oder in den Trinkstuben hat suchen müßen. Den Vorfahren»hat manS übersehen, nit ingeredt, und war bei ihnen immer Kilbi.»Bhüt Gott, was würd man zu mir sagen? Solches ist mir nie»geschehen.. Ich bin wohl um Mitternacht erst vom Schriben ufge-.«Nanden, zur Ruhe gegangen und wieder um zwey, spätestens um vier»Uhr zur Arbeit. Nach'Stadtschreiber Znrgilgen, der viel gear-»beiret, ist nichts mehr gethan worden. Der von Alikon ist 36»3ahre lang an dem Pult gestanden, doch mehr dem Namen, als der»That nach, denn von seinen Schriften findet man wenig, iveil er fast»alles durch den Unterschreibe und Snbstüuten hat fertigen lassen.»Dem Kraft hat man den Siadtschreiberdienst aufbehalten, weil er»Oberst in Frankreich geworden. Ich, als damaliger Unterschreibe,»habe alles versehen müßen. Als ich 1e>70 Stadtschreiber worden,»bade ich weder Konzept noch Mandatenbücher in der Kanzlei ge-»lunden. Zch will mich zwar nicht vor andern rühmen, aber mine»Herren haben gar oft zu mir gesagt, wie ichs doch erliden möge.»Früher hat man keine weder lateinische noch italiänische Briefe lesen»können, sondern alles an die Priester und Schulmeister im Hof schicken»müßen, auch an gemeine Bürger, wie es mir geschehen, da ich noch»in der Apotheke war. Eine gleiche Bewandiniß hat es mit dem Ar-»chiv und Kanzlei, da sich dessen niemand angenommen, sondern die»Sachen im Staub schier hat lassen ersticken. „In was für einer Un«»mdnung ich alles gefunden, mag ich nicht sagen, aber ich gespürS»»och hüt an mine Augen, hab Alles vom Staub sübern und in ge-hörige Klassifikation setzen müßen."
Geselliges Leben.
Der Hang zu Vergnügungen verminderte sich nicht, sondern ver-mehrte sich vielmehr. Besonders die Fastnacht ward hoch gefeiert.Sie begann mit Frendenfeucrn, die man auf den Plätzen der Stadt»»zündete. Um dieselben herum wurde getanzt. So ward die Fast-»acht eingeweiht. Die Nachbarschaft und die Quartiere, die Zünfte»»d wer sonst durch Freundschaft und Bekanntschaft miteinander ver-binde» war, hielte» nacheinander ihre Mahlzeiten und Freudentage.Knaben und Mädchen zogen in lustiger Bermmiimnng auf die MuS-kgg; da wurde getanzt, Fackeln angezündet und große Weinfässer hin-»ufgefahrcn. Der Umzüge gab es eine Menge, bald die Metzger,bald die Gerber, bald die andern Handwerker und ihre Gesellen, baldbie Schützen. Aber die größte Lust lag im Larvenlaufen. Die Stadtglich einem Tanzsaal; Alles neckte und schwärmte darin herum. Ver-gebens waren noch so oft wiederholte Verbote. Am Aschermittwochkam die Fastnacht noch ein Mal auf allen Zünften zusammen, wo siesann zu Boden getrunken wurde. An den Sonntagen des Adventsl»gte man die Polster oder Sträggele. Alles was jung und »»bändigm»r, rannte um Mitternacht mit großem Geschrei, mit Peitschen undKlappern durch alle Straße» der Stadt, und eilte dann bis am Mor-gen in die Zniiftstuben. Auch außer der Fastnachtzeit gab es hän-»ste Gelage, Spiel und Tanz.