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3/1-3/2 (1858) Der Kanton Luzern, historisch-geographisch-statistisch geschildert : ein Hand- und Hausbuch für jedermann / von Kasimir Pfyffer
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355
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Roth und Gefahr und unter dem angeblichen Verwand des zu hand-habenden Landfriedens. In solchem Sinne und auf solche Art ent-stand im Jahr 1333 ein auf fünf Zahre gestellter Verband der aar-ganischen n»d thurganischen Städte, in de», auch die von Sursee undSeinpach miltegriffen waren. Surfee, unter der Herrschaft des Hau-ses Habsburg-Oestreich, genoß sehr vieler Freiheiten und Vorzüge,die es vor mancher andern ihrer Mitschwestcrn auszeichneten. Nochsind als Beweise davon zwei Akten stäche auf unsere Zelten gekommen -,das eine, der alle Urbar genannt, and das andere die RiwolstscheHandvesle betitelt. Jenes zählt die Pflichte» der Stadt gegen ihreHerrschaft auf, und dieses nennt die alten Stadtrechle und Sladt-freiheiten. König Albrecht bestätigte sie im Jahr 1293 ze Luzern andem Sunnentag ze mittere Basten und heißt die Bürger von Sursceseine „liebe Chind" in diesem Gnadenbrief. Während der vielen undlangen Fehden der Herzoge von Oestreich und ihres Adels gegen dieWalvstälte »nd Luzern wurde auch Sursee als Grenzort Oestreichsgegen Luzern manchmal in deren Zwiste verwickelt. Nach tzuzcrn'SBeitritte zum Waldstätterbnnde befand sich Sursee in mißlicher Lage;es ward vielseitig geneckt und beunruhigt, und dadurch i» mancherleiUngemach und Beschädigung gebracht. Vorzüglich setzte OestreichsNiederlage vor Seinpach die Stadt Sursee , ihrer Stellung und Nähewegen, in vielfache Noth »nd Bedrängniß. Herzog Albrecht selbsterwähnt in einem der Stadt Sursee 1387 zugestellte» Brief der vielenBauten und Kosten, welche die Bürgerschaft der damalige» Kriegewegen gehabt, sowie der merklichen Beschädigungen »nd Verwüstun-gen, die ihr von Seite der waldstättischcn Krieger zugeführt worden,und schenkt dafür der Stadt als einigen Ersatz das Recht über denSee nnd dessen Ertragenhelt, Nachlaß verschiedener Steuern undherrschaftlichen Abgaben »nd Erlaubniß, einen Weglohn von transiti-renden Waaren zu nelnnen. Seit dem Sieqesiag vor Scmvach hatteindessen die »eile Republik Luzern sich namhaft vergrößert und durchKauf und Pfandlosung sich manches Gebiet angeeignet- Die StadtSursee und das angrenzende St. Michaels-Amt standen aber nochunter Oestreich',; Herrschaft, sollten jedoch i» Folge nachstehender Be-gebenheit bald dein Gebiete von Luzern einverleibt werde». HerzogFriedrich von Oestreich hatte gegen das gegebene Wort Papst Jo-hanns XXII. Flucht aus Konstanz begünstiget und sich dadurch kirch-lichen Bann »nd weltliche Acht zugezogen. Zur Fehde gegen ihnwurden nun auch die Eidgenossen von König SigiSmund aufgemahnt.Sie saßen darum zu Tage in Luzern ; erinnerte» sich, wie Johannvon Müller sagt. der Gefahr unter des Herzogs Ur-Großvatcr, KönigAlbrecht; gedachten ihrer Altvordern niaiiigfaltiger Noth bei Mor-garten, bei Tälwii, bei Seinpach »nd Näfels , des alten Stolzesund elnqewlirzcltkn Haffes der Anitslenle und Herren; fühlten derZeilen Gunst und würden den Herzog bei besser»! Glück nickst gefürch-tet haben. Aber dessen »ngeacht ließe» sie folgende Erklärung anden König ergehen: .sie haben vor drei Jahren mit dem Herzog einen„fünfzigjährigen Frieden geschworen, nnd sie halten für »nzicmlich,„da er im Unglück sei, Krieg wider ihn z,i erheben" Doch bei die-ser offenen edlen Erklärung blieb es nicht lange, denn als jetzt dieMahnungen von Seite des Königs dringender und drohender wurden,

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