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das Meteorwasser in flüssigem Zustande (Schnee undHagel wurden geschmolzen) folgendes ergab:
1) Das Ansehn ist bald hell und durchsichtig,bald mehr oder minder getrübt und oxalisirend durchden darin sich ablagernden organischen Stoff, der baldpulvrig, bald flockig oder fadig, bald filzig oder häutigerscheinen kann.
2) Die Trübung des Regenwassers ist in derRegel weifs, selten röthlich, braun oder grünlich. Mit-unter zeigt die ganze Wassermasse auch wol eine bräun-liche und milchige Farbe.
3) Der Geruch ist in der Regel nicht bemerk-lich; wenn dies aber der Fall war, so war er fade,dumpfig, unangenehm, moorartig; im Frühjahr öftersnach Blumen und Wiesenduft balsamisch angenehm,ferner rübenartig, wachholderbeerartig, faulig; im Win-ter und Herbst öfters nach Chlor, verbrannten Schwäm-men und auch nach Blausäure.
4) Der Geschmack ist ebenfalls in der Regelnicht bemerklich; dann aber bald erfrischend, balddumpfig und morastig, bald faulig, bald aromatisch,süfslich oder stechend, oder den bittern Mandelnähnlich.
Das Regenwasser enthält, wie zuvor bemerkt wor-den, aufser den organischen Stoffen, noch eine Quanti-tät verschiedener Salze. Der Salzgehalt ist nach Bran-des Beobachtungen 1 ) im Winter und Herbst am gröfs-ten, im Sommer am schwächsten, fehlt aber nie gänzlich,so dafs reines Regenwasser eine der gröfsten Selten-heiten ist. In 360 Unzen Regenwasser fanden sich2,75 Gran fester Substanzen, welche Brandes der
1) Schweiggers Journal. XLVIII. S. 176.