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18 (1835) Der Kanton Tessin, historisch, geographisch, statistisch geschildert ... : ein Hand- und Hausbuch für Cantonsbürger und Reisende / von Stefano Franscini ; nach der italienischen Handschrift von G. Hagnauer
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beamten, denen am Herzen lag, dass der Gemein - und mili-tairische Geist sich auch in der italienischen Schwer, verbreite;unter denselben zeichnet sich die Bemühung des StaatsrathsOberst Pioda aus, der schon seit drey Jahren Vorsteher dessel-ben ist. Viele, meist Mälitairs, haben einige tausend Lire"zusammmengelegt. Es wurden Stutzer gekauft, und Prämie"ausgesetzt. Cantonal-Schieffen sind ztvey auf dem Ceneri undeines zu Bellinzoua abgehalten worden. Die Schiessübung mitdem Stutzer breitet sich aus; und bereits bestehen Unterabthei-luugen des Vereins zu Lugano und Locarno , welche sich sehroft üben. Auf dem letzte» eidgenössischen Freyschiesse"zu Zürich erschien freylich keine Abordnung mit der tefsinische"Fahne, aber tefsinische Schützen fehlte» dabey nicht.

Im July 18ZZ versammelte sich z» Lugano , unter dem Vor-sitze des Staatsraths Da lber ti die schweizerische natur-forschend« Gesellschaft, »nd wurde sehr gut und herzlichempfangen. Sie »ahm daselbst auch mehrere tefsinische Mit-glieder zu den zweyen oder dreyen, die sie schon zählte, in ihre"SchooS auf. Allein eine natnrforschende Cantonal-Gesell-schaft wird sich bey uns schwerlich bilde» lasse», da wir in diese"Studien so nüchtern sind und so arm an Mittel» zum Fort-schritte darin.

Fromme und menschenfreundliche Stiftungen.

Da die Regierungen, in deren Gewalt sich unsere Thälerbefanden, keine Spur von Wohlthätigkeitswerken gelassen ha-ben, so verdankt man das Wenige was zur Förderung derGottesverehrung, oder für die Kranken und Armen gethanworden ist, sämmtlich Privat-Anstrengungen und Opfern. DirGemeinden thaten Vieles in Hinsicht des Cultus, hinsichtlichdes klebrigen aber theilten sie die Starrheit und Lässigkeit derHerrscher.

Cultus. Sehr vzple Benefizien oder Pfründen bom Pa-tronatrechk, von Domherrnstellen, Caplaneye», Capellen, Bet«sälen rühren von frommen Vergabungen her. Manche derselbe"könnten sehr wohl durch die Weisheit der Obern zu gemein-nützigerer Verwendung umgewandelt werden; nichts destoweni-ger zeugen sie immerhin vom frommen Sinn der Stifter.

Der Priester Joh. Andreas della Croce von Riva,ehemaliger päbstl. ProtonotariuS und Probst von Santa Mariadi Bico zu Como (gestorben 1592), gründete die ausgezeichnet«Kirche zum heil. Kreuz i» seinem Hcymatsorte, und stattete si«mit einer fetten Pfründe aus.

Anton Franz Branca, genannt derMoscovit, weiler hauptsächlich in Rnssland mit dem Handel sehr reichen Ge-winn machte, verwendete, als er 1778 nach seinem GeburtsortBriffago zurückgekehrt war, ansehnliche Summen auf den soge-nannte» Schmerzen sberg der heil. Jungfrau, indem ereine schöne Kirche erbaute und derselben eine reichliche Sche"'kung zuwies.

Joh. Peter Petruzzi von Maroggia , Domherr vo"