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Bei dem Erscheinen der ersten Auflage des vorliegenden Werkes hatte dessenVerfasser I. I. in Littrow sich die Aufgabe gestellt, in demselben die Wunderdes Himmels einem größeren Kreise gemeinfaßlich vorzutragen. Die Gabe,selbst die schwierigsten und verwickeltstcn Gegenstände in einer klaren, jedermannverständlichen Weise darzustellen, welche dem Verfasser in einem außergewöhnlichhohen Maße eigen war, verbunden mit einer gewählten poetischen Sprache, ver-schafften dem Werke gleich bei seinem Erscheinen einen so großen Leserkreis, daßder ersten Auflage sofort eine zweite folgen mußte, und der ursprüngliche Verfasserauch noch die Freude erlebte, kurz vor seinem Tode eine dritte veranstalten zukönnen.
Nach dem Tode von I. I. v. Littrow ging die Bearbeitung des Werkes an dessenwürdigen Sohn Karl von Littrow über, der es in hervorragendem Grade verstand,(wie drei weitere, ungewöhnlich starke Auflagen beweisen, die unter seiner Redaktionnötig wurden) nicht nur dem Buche alle Vorzüge zu erhalten, die es nach undnach zu einem Lieblinge des deutschen Volkes gemacht, sondern auch mit sachkundigerHand alle jene Veränderungen und Umgestaltungen daran vorzunehmen, welche derFortschritt der Wissenschaft bedingt. Leider wurde er während des Druckes derletzten Bogen der sechsten Auflage nach langem schweren Leiden vom Tode ereilt,zu einer Zeit, wo die Hoffnung auf die endliche Erfüllung eines Wunsches, dessenAusführung er schon am Anfange seiner astronomischen Laufbahn als eine Not-wendigkeit für eine Universität, wie Wien , erkannt hatte — die Erbauung einer neuenSternwarte — seinen Lebensabend erhellte, ohne daß cS ihm vergönnt gewesenwäre, die Vollendung desselben zu erblicken.
In den wenigen Jahren, die seither verflossen, ist die letzte unter Karl vonLittrow's Redaktion erschienene Auflage vergriffen worden und es wurde mir,dem langjährigen Mitarbeiter und Nachfolger K. v. Littrow's, die ehrenvolle Aufgabezu Teil, das Werk abermals auf das Niveau der fortgeschrittenen Wissenschaft zuheben. Ich habe mich nun redlich bemüht, demselben jenen Charakter zu wahren,durch den eS eben seinen Ruf begründet, dabei aber auch alle jene Umänderungenvorzunehmen, welche der jetzige Stand der Wissenschaft erheischt, und deren waren,trotz aller Vortrefflichkeit des Werkes, nicht wenige auszuführen. Zunächst machtedie seit der letzten Auflage eingetretene allgemeine Einführung des metrischen Maß-nnd Gewichtssysteines eine Uinrechnung aller diesbezüglichen Zahlenangaben erforder-lich. Die Positionen der Gestirne bezogen sich noch auf die schon weit entfernteEpoche von 1820, deren Abweichung von dem heutigen Stande des Himmels täglichfühlbarer hervortritt, und eine Reduktion auf eine andere, näher liegende Epoche,für welche das Ende unseres Jahrhunderts gewählt wurde, dringend geboten er-scheinen ließ. Endlich verschwindet die Unterscheidung der Kometen in retrogradeund direkte im wissenschaftlichen Verkehre nach und nach vollständig und es schien
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